Im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes stehen die Morsetelegrafie, der rheinische Karneval, die Orgelbautradition, eben aber auch das Thurnauer Kulturgut. Eine Urkunde aus den Händen der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, konnte der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition, Veit Pöhlmann, entgegennehmen.

Traditionen leben

"Das immaterielle Kulturerbe muss in den Köpfen und Herzen fortbestehen, um erhalten zu bleiben", sagte Staatssekretärin Grütters. "Ohne Menschen, die Traditionen leben, geht es nicht - und ohne gesellschaftliche Wertschätzung für diejenigen, die Traditionen leben, werden es immer weniger. Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes sorgt für Wertschätzung, indem es uns bewusst macht, dass unser Reichtum nicht allein in unserem Wohlstand begründet liegt, sondern auch in der Vielfalt unserer Kultur", stellte sie fest.
 
"Schätze unserer Alltagskultur"

Seit 2003 entwickelt sich das Unesco-Übereinkommen zu einer Plattform für den Erhalt von gelebten Traditionen und Wissensformen. Das bundesweite Verzeichnis soll die Vielfalt an kulturellen Ausdrucksformen abbilden - von Festen über Künste bis zu Naturwissen und Organisationsformen in und aus Deutschland. "Die ersten Einträge zeigen eindrucksvoll, was für Schätze unsere Alltagskultur zu bieten hat", sagte Brunhild Kurth, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin. "Die ausgezeichneten Traditionen stehen für die Kreativität der Menschen in den Regionen und sind Ausdruck ihres sozialen Zusammenhalts."

Veit Pöhlmann freut sich riesig

Veit Pöhlmann freut sich riesig über die Ehrung. "Wir sind stolz, mit unsere Kirchweih etwas typisch Fränkisches in und für Deutschland repräsentieren zu dürfen", sagte er. Die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis solle die Kirchweih nicht zu einem nationalen Ereignis machen, würdige aber die herausragende Bedeutung alter kultureller Ausdrucksformen im ländlichen Raum und stelle sie zurecht auf eine Stufe mit weit bekannteren Bräuchen.

Ende März reicht Deutschland erstmals auch einen Vorschlag für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der Unesco ein. Die Vertreter der "Genossenschaftsidee" übergaben in Berlin ihr Nominierungsdossier.