Der Wein funkelt goldfarben, in tiefem Rot oder in verführerischer Helle im Glas, der Forellensalat, Saltimbocca von der Bresspoularde mit Safran-Risotto und falsche Birne mit Schokoladensorbet lassen das Herz des Gourmets höher schlagen. Dazu erklingen sanfte Harfentöne und das sonore Spiel der Querflöte, angereichert mit den schmackhaften Beilagen von Küchenmeister Heini Schöpf.

Die Vorsitzende des Kulturvereins und Moderatorin Dr. Ulrike Rausch-Rieß bringt es auf den Punkt: "Wir wollten in netter Umgebung einen guten Tropfen mit entsprechender Musik kombinieren, unseren Gästen Entspannung, Genuss und Intimes über das Kulturgut Wein bieten, eine Abwechslung zu sonst von uns inszenierten Konzerten und Kabaretts." Und das ist gelungen, denn Sommelier Reinhold Bauer aus Halle weiht die zahlreichen Besucher in die Traubenregionen von Spanien, Italien und Deutschland ein, macht mit dem unkomplizierten Merlot aus dem Friaul vertraut, mit der Erdbeer-Melonen-Note des Rosé Munarrate aus dem Rioja, dem leuchtend rotfarbenen La Tribu aus dem Hinterland von Valencia und mit dem süffigen Grauburgunder aus der Pfalz. Der Kommerz steht dabei keinesfalls im Mittelpunkt.


Traumhafte Perfektion



Vorne sitzen Maria-Anna Hübenthal an der Harfe und Anne Langhoff mit der Querflöte, beide vom Theater Zwickau-Plauen, garnieren die Degustation stilgerecht mit Weisen von Gabriel Faure, Jaques Ibert und Marin Marait. So wohltemperiert wie der Rebensaft durch die Kehle rinnt, so träumerisch, frühlingshaft verlockend und leichthändig perlen die Melodien durch den Raum, serviert das Duo die klassischen Kompositionen in perfekter Kontinuität. Die leichtfüßig hüpfenden Oktaven werden von der Querflöte verschwenderisch ausgebreitet, gipfeln in der Ekstase hoher Höhen, die Harfe wird von der Künstlerin zu elegischem Spiel verführt. Eine Offenbarung ist "Habanera" und "Pavane" von Maurice Ravel, eine unerklärliche Schwermut erfasst den Zuhörer, die Flöte intoniert sauber, und die Harfenistin verbreitet Melancholie en masse. Vielleicht hat auch der Weingenuss den Verfasser dieser Zeilen zusätzlich ein wenig vom Irdischen hinweggeführt.

Ganz angetan zeigt sich Karl-Heinz Greim nach den erquicklichen drei Stunden, "eine gelungene Liason von Musik und Kulinarik" nennt er die Veranstaltung. Der Architekt empfindet die Veranstaltung adäquat passend zum historischen Bauwerk und seiner Geschichte, so etwas sollte öfters hier stattfinden, meint er. "Als überzeugter Neudrossenfelder, der seit 31 Jahren hier wohnt, wünsche ich mir eine Fortsetzung in diesem Genre".
Und Kulturvereinsvorsitzende Ulrike Rausch-Rieß verspricht gleich weitere Bereicherungen dieser Art: "Uns gehen die Ideen nicht aus."