Das wirtschaftlichste Angebot hatte mit 587 902 Euro die Firma Günther-Bau GmbH aus Stadtsteinach abgegeben, die auch den Auftrag erhielt. Wenn das Wetter mitspielt, will die Firma in wenigen Wochen mit den Tiefbauarbeiten für die 1535 Meter lange Leitung beginnen.

Über die neue Leitung wird das Abwasser aus der Kläranlage Neuenmarkt künftig in einen stärkeren Vorfluter geleitet mit der Folge, dass sich damit die zulässigen Einwohnergleichwerte von 3000 auf 3700 erhöhen. Damit hat die Gemeinde Neuenmarkt in der Zukunft weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Für die Abwasserleitung werden Kunststoffrohre der Firma Rehau Plastik GmbH eingebaut und anstelle der sechs ausgeschriebenen Schächte Stahlbeton-Fertigteile verwendet.

Decker stimmt dagegen

Werkausschuss-Vorsitzender und Bürgermeister Siegfried Decker stimmte als Einziger gegen die Vergabe. Seinen Worten zufolge handelt es sich um eine Vorgriffsmaßnahme, die aber für den Wirtschaftsplan 2013 angemeldet wurde. "Wenn das Wetter mitspielt, will man im Februar/März beginnen. Wir brauchen dazu aber eine Frostperiode. Für die Fertigstellung sind 100 Arbeitstage geplant."

Decker wies aber darauf hin, dass das Wasserwirtschaftsamt Hof die Gesamtbetrachtung der Abwasseranlage für notwendig hält, um eine abschließende Stellungnahme hinsichtlich des Wasserrechts und des weiteren Vorgehens abgeben zu können. Für dringend notwendig erachtet werde dabei auch die Mischwasserbehandlung mit dem Bau eines Regenüberlauf- und -rückhaltebeckens am Bauhof gehalten. "Das muss unverzüglich dargestellt werden, weil die Maßnahmen im Zusammenhang zu sehen sind."

Werkleiter Karl Pöhlmann machte deutlich, dass mit der Leitung zur "Schwarzen Schorgast" das Volumen des notwendigen Regenüberlaufbeckens am Bauhof um ein Drittel reduziert werde. "Die Maßnahmen an unserer Abwasseranlage sind fundamental wichtig und sind keine Willkür. Die Weiterentwicklung unserer Gemeinde ist davon abhängig, dass unsere Abwasseranlage den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Die ablehnende Haltung im Landratsamt hängt damit zusammen, dass wir die Dinge auf den Weg bringen müssen." Pöhlmann kündigte auch eine Bürgerinformation für Mai oder Juni an.

Wie Diplomingenieur Erich Hahn erläuterte, ist das geplante Regenrückhaltebecken auf eine bebaute Fläche von 42 Hektar ausgerichtet. Hier handelt es sich aber um den derzeitigen Ist-Stand, das heißt, es sind keine Reserven für eine bauliche Weiterentwicklung vorhanden. Im Werkausschuss verständigte man sich darauf, das Becken geringfügig auf 790 Kubikmeter zu erweitern.
Hermann Mohr sprach noch die hydraulischen Probleme in der Dorfstraße an: "Das sind wir ja schon Jahre drüber, aber bis heute ist nichts passiert. Wenn alle Baupläne abgelehnt werden, dann wissen wir, wie weit wir sind."

Günther Fuchs brachte es auf den Punkt: "Wir müssen endlich anfangen, sonnst kommen wir nicht weiter."