"Wir können mit dem Gefühl des Stolzes 40 Jahre neuer Landkreis Kulmbach feiern! Unser Landkreis steht für Innovation, Kreativität, Perspektive und Nachhaltigkeit und unser Landkreis hat eine stolze Vergangenheit und eine gute Zukunft", ließ Landrat Klaus Peter Söllner (FW) am Schluss seiner Ausführungen zum Festakt "40 Jahre Landkreis Kulmbach" verlauten.

Dieser war am Samstag auch mit einem Tag der offenen Tür verbunden, bei dem sich das Landratsamt als modernes Dienstleistungsunternehmen präsentierte. Die Festansprache hielt Regierungspräsident Wilhelm Wenning, der darin den spezifisch bayerischen Weg der Landkreisgebietsreform beschrieb und den Landkreis Kulmbach als einen starken Landkreis bezeichnete.

Ein Landkreis mit einer engagierten und tatkräftigen Einwohnerschaft, einer herrlichen Natur und einem beispielhaften kulturellen Angebot. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde nahmen die Schülerinnen und Schüler des MGF-Gymnasiums unter der Leitung von Herbert Baumann sowie der Bürgermeisterchor des Land-kreises Kulmbach mit Reinhard Holhut in der Leitung vor.

Landrat Klaus Peter Söllner stellte fest, dass die Gebietsreform des Jahres 1972 mit ihrer grundlegenden Neuordnung der kommunalen Gebietskörperschaften im Freistaat ohne Zweifel die Qualität eines politischen Kraftaktes besaß, dabei mit einer gravierenden Änderung der Strukturen und einer grundlegenden Neuordnung.

Landrat Söllner: "Sicher gab es durch die Schaffung von 71 Landkreisen und nur noch 24 kreisfreien Städten in Bayern durchaus spannungsgeladene Konstellationen, gleichwohl darf man die Reform aus jener Zeit insgesamt wohl als gelungenes Werk bezeichnen."

Landrat Klaus Peter Söllner billigte der Gebietsreform Weitsicht zu: "Es wurden eben nicht die Fehler gemacht, so wie in manchen anderen Bundesländern, riesige, dadurch zum Teil anonyme Gebilde zu schaffen, mit denen sich die Bevölkerung nicht identifiziert."

Regierungspräsident Wilhelm Wenning erwähnte, dass es bei der Reform der Landkreise und später bei den Gemeinden heftigste Widerstände gab. Der damalige Innenminister Dr. Bruno Merk war nach den Worten des Regierungspräsidenten der Motor und Architekt der Gebietsreform. Er setzte sie auch gegen viele Widerstände um und hat damit bayerische Geschichte geschrieben.

Nicht umsonst gilt die Gebietsreform auch heute noch als ein Jahrhundertwerk, denn die komplette Landkarte Bayerns wurde quasi neu gezeichnet. Aus 143 Landkreisen wurden damit 71 und auch die kreisfreien Städte wurden halbiert von 48 auf 25. Die Zahl der bayerischen Gemeinden verringerte sich von 6962 auf über zwei Drittel kreisangehörige Gemeinden.

Die demografische Entwicklung im Land ist nach den Worten von Regierungspräsident Wilhelm Wenning eines der wichtigsten Themen im Land, das angegangen werden muss: "Das ist kein Problem von Kulmbach, von Oberfranken oder von Bayern, sondern es ist ein deutschlandweites Problem." Ohne die Gebietsreform hätte der Landkreis Kulmbach mit seinen Kommunen überhaupt keine Chance, dieses Problem zu meistern.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Montag in der Bayerischen Rundschau.