Premiere im Kreistag: Erstmals erhielt ein früherer Regierungspräsident die Goldene Bürgermedaille und damit die höchste Ehrung, die der Landkreis Kulmbach zu vergeben hat. Landrat Klaus Peter Söllner wertete die Auszeichnung von Wilhelm Wenning als ein Zeichen außerordentlicher Verbundenheit. "Es ist auch ein Zeichen der Dankbarkeit für die ausgeprägt positive Haltung unserem Landkreis gegenüber."

Mit hohem persönlichen Einsatz habe sich der Geehrte für Kulmbacher Belange eingesetzt. Auch als Vorsitzender des Stiftungsrats der Oberfrankenstiftung sei er für die wirtschaftliche, kulturelle und bildungspolitische Entwicklung nachhaltig und mit großem Weitblick eingetreten.


Fränkischer Kosmopolit


Wenning habe mit höchstem persönlichen Einsatz Außergewöhnliches geleistet, sagte Söllner. "Sie haben sich mit unglaublichem Engagement und höchster Intensität eingesetzt und richtungsweisende Entwicklungen angestoßen und begleitet." Staatsminister Joachim Herrmann habe Wenning einst zu Recht als fränkischen Kosmopolit en bezeichnet.

Der Geehrte habe seine Verantwortung für Oberfranken nicht in erster Linie darin gesehen, Aufsicht auszuüben oder zu reglementieren. Vielmehr habe er starke Netzwerke gebildet, mit den Partnern aus der Kommunalpolitik Gestaltungskraft entwickelt, die Wirtschaft gestärkt, Innovationen generiert. "Sie wollten Oberfranken nach vorne bringen, heraus aus der viel zitierten Jammerecke", so der Landrat. Es bringe nichts, eigene Schwächen wehleidig zu pflegen, man müsse das Beste aus einer Situation machen und die eigenen Stärken betonen, das sei Wennings Denke gewesen.


Von perfekten Umgangsformen


Mit der Unterstützung von Wilhelm Wenning wurden Söllner zufolge der Wissenschaftsstandort Oberfranken ausgebaut und hohe Geldsummen in den staatlichen Hoch- und Straßenbau und in die sonstige Infrastruktur geleitet. Die Entwicklung vieler Objekte sei eng mit seinem Namen verbunden. Der Redner nannte unter anderen das Klinikum, den Mönchshof, das Deutsche Dampflokomotiv-Museum, Schloss Thurnau oder das Kulmbacher Rathaus. Und mit einem Augenzwinkern sagte Söllner: "Freilich ist Ihnen die Arbeit auch dadurch erleichtert worden, dass Sie in Oberfranken auf Landräte und Bürgermeister trafen, die durchweg mit freundlichen und angenehmen Wesenszügen gesegnet, ebenso duldsam wie genügsam und mit nahezu perfekten Umgangsformen ausgestattet waren."

Wilhelm Wenning habe stets den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt. "Mit Ihrem Einfühlungsvermögen und Ihrem Talent, widerstreitende Interessen zu koordinieren, haben Sie auch in schwierigen Situationen häufig einen für alle Seiten annehmbaren Ausgleich ermöglicht."


Verdiente Lorbeeren


"Du erntest zurzeit quer durch Oberfranken verdientermaßen die Lorbeeren einer langen, engagierten und erfolgreichen Tätigkeit", sagte Wennings Nachfolgerin als Regierungspräsidentin, Heidrun Piwernetz.
Wilhelm Wenning bedankte sich in herzlichen Worten: "Ich freue mich, dass ich heute diese Auszeichnung bekommen habe, auf die ich sehr stolz bin. Dieser Landkreis ist mir in meiner 14-jährigen Tätigkeit in Bayreuth ans Herz gewachsen." Im Landkreis Kulmbach werde nicht gestritten, sondern zusammengearbeitet. Das sei vorbildlich.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch das Bläserensemble der Untersteinacher Blasmusik unter der Leitung von Lothar Huber.