Fair zu sein bedarf es wenig, könnte man ein bekanntes deutsches Volkslied umdichten. Ab sofort können sich die Kulmbacher wieder im Weltladen mit fair gehandelten Produkten eindecken, nachdem er vom Hirschengässchen in die Langgasse mitten in Kulmbachs Zentrum umgezogen ist.

In den ehemaligen Räumen der Metzgerei Weiss empfängt den Besucher ein helles, einladendes Ambiente, in dem es Freude macht, nach hübschen kleinen Geschenken, leckeren Köstlichkeiten oder dem passenden Accessoire zu stöbern. Bewährte Produkte, die der Laden bislang auch schon verkaufte, stehen jetzt aber auf mehr Fläche, noch übersichtlicher und reichhaltiger.

Daher waren auch am Donnerstag zur offiziellen Eröffnungsfeier zahlreiche Besucher gekommen und beglückwünschten Heike Rahn und ihr ehrenamtliches Team zur gelungenen Neugestaltung. "Es ist prima, dass die alte Metzgerei wieder einer schönen Verwendung zugeführt wird", sagte OB Henry Schramm. Er würdigte das wichtige Engagement des Weltladens in Kulmbach, insbesondere angesichts der weltweiten Flüchtlingssituation.



Alle könnten satt werden

"Uns geht es hier besser als vielen Millionen auf der Welt", sagte der OB und appellierte an die Menschlichkeit der Kulmbacher. "Wir sind 80 Millionen Menschen in Deutschland, und nehmen wir einmal an, wir haben zwei Millionen Flüchtlinge hier", fuhr er fort. "Stellen Sie sich nun vor, wir hätten ein großes Büffet für 80 Personen gedeckt - meinen Sie, zwei weitere könnten nicht mehr satt werden?"

Ein Gedanke, der genau den Kern dessen trifft, wofür der Weltladen in Kulmbach steht. Denn er ist nicht nur ein Geschäft, in dem man einkauft, er ist, um es mit den Worten der stellvertretenden Landrätin Christina Flauder zu sagen, "gelebte Nächstenliebe".

Ein Weltladen steht für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Er hat nicht nur ein Schaufenster, er ist selbst ein Fenster in eine andere Welt.

Markus Raschke, Vorsitzender der Fair Handelshaus Bayern eG, war als Vertreter des neuen Trägers zur Eröffnung gekommen. Er ist einer, der weiß, dass das eingenommene Geld auch tatsächlich bei den Menschen ankommt. "An den Wänden haben wir jetzt Fotos von unseren Produzenten hängen, wir wollen den Menschen hier ein Gesicht, eine Stimme geben."

Für die neue Trägerschaft hat sich Heike Rahn mit ihrem Team entschieden, weil sie Umzug und Umbau finanziell nicht allein geschafft hätten. "Wir haben ein großartiges Team, ohne das hier alles gar nicht möglich wäre, und ich hoffe, dass es noch lange so weitergehen wird", freute sich Rahn über den großen Zuspruch am Eröffnungstag.

Natürlich durfte bei der Einweihung der neuen fairen Handelsräume der kirchliche Segen nicht fehlen, den Pfarrer Traugott Burmann und Kaplan Norbert Förster sprachen.

Über viele Kunden freut sich der Fair Weltladen künftig in der Langgasse 17 von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Die Gewinne des Ladens fließen allesamt in Projekte des fairen Handels.