Über US-Schwimmstar Mark Spitz mit seinen sieben Goldmedaillen, über die 16-jährige Ulrike Meyfarth, die als Hochsprung-Küken überraschend die Goldmedaille gewinnt, oder über Olympia-Hostess Silvia Sommerlath, die sich in München den schwedischen Kronprinzen angelt, redet man heute noch. Jeder weiß, dass auf die heiteren Spiele durch den Anschlag palästinensischer Terroristen ein Schatten fällt. Sportler der Olympiamannschaft Israels werden als Geiseln genommen, und in den Tagen vom 3. bis 5. September kommen 17 Menschen ums Leben.

Über die Helfer im Hintergrund spricht kaum einer. Männer und Frauen, ohne deren Einsatz die Spiele nicht funktioniert hätten. Aus dem Landkreis Kulmbach sind in München im Einsatz: die Kulmbacher Günter Limmer, Organisation und Kampfrichter in der Schwimmhalle, Horst Teller (†/2009), Kampfrichter in der Schwimmhalle, und Dietmar Reimann (†/2004), Fahrer, Barbara Lutz aus Waldau als Olympia-Hostesse sowie der Wirsberger Bürgermeister Hermann Anselstetter, Gruppenleiter im Besucher- und Kontrolldienst in der Schwimmhalle.

Hautnah dabei sind ebenfalls der Neudrossenfelder Bürgermeister Dieter Schaar als Teil nehmer am olympischen Jugend lager des Deutschen Volleyballverbands und sein Vorgänger Hans Bär, der als Journalist auch für die Kulmbacher Leser von den Spielen berichtet.

Für die fünf Wochen in München bekommt Günter Limmer lediglich ein Taschengeld von 330 Mark. Man wohnt zu acht in einer engen Wohnung. Doch das ist ihm nicht wichtig: Er trifft die Olympia-Helden, unter anderem Mark Spitz, von dem er ein Autogramm bekommt.

Wie Günter Limmer vergisst auch Hans Bär die Tage von München nicht: Der Journalist, der seine Berichte meistens telefonisch übermittelt hat, erinnert sich, als wär's gestern gewesen. Auch an die Pressekonferenz nach dem Überfall der palästinensischen Terroristen, die Sportler der Olympiamannschaft Israels als Geiseln genommen haben: "Alles war mucksmäuschenstill".

"The games must go on!"


In der Rückschau hält es der Neudrossenfelder Altbürgermeister für richtig, dass sich der Sport den Attentätern nicht gebeugt hat. Es wäre falsch gewesen, die Spiele abzubrechen, meint der junggebliebene Siebziger. IOC-Präsident Avery Brundage habe recht gehabt: "The games must go on!"

Es ist der berühmteste Satz der Münchner Spiele geworden.

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