Zum achten Mal verlieh der Kulmbacher Rotary Club seinen mit 1000 Euro dotierten Sozialpreis. Freuen durften sich Elke Proschka, Heike Schweens, Corinna Prell und Alexander Meile, die den Preis stellvertretend für das Team des ASV-Inklusionsthriatlons entgegennahmen.

"Dem Sozialpreis liegt die Idee zugrunde, Menschen auszuzeichnen, die sich nachhaltig und uneigennützig um andere kümmern", sagte der Präsident der Kulmbacher Rotarier, Thomas Streng am Donnerstagabend im Hotel "Dobrachtal". Der selbstlose Dienst an der Gesellschaft entspreche den Wertevorstellungen eines jeden Rotariers, und zum christlichen Glauben gehöre der Mut, sich freiwillig zu engagieren.


Unaufhörlich angefeuert


Im Sommer 2016 wurde Thomas Strengs Aufmerksamkeit im Kulmbacher Freibad auf eine engagierte Gruppe beim Volkstriathlon gelenkt, die einige Schwimmer im Wasser unaufhörlich anfeuerte. "Im Wasser kämpften junge Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung im Rahmen des Inklusionstriathlons für ihre sportlichen Ziele", berichtete der Vorsitzende.

Die strahlenden Augen und der unermüdliche Ehrgeiz der jungen Leute faszinierten ihn. "Ich sah junge Helden vor mir, die an diesem Tag ihre Grenzen überwunden haben", sagte er.

Ins Leben gerufen wurde der Inklusionstriathlon von Alexander Meile vom ASV Kulmbach nach dem Himmelkroner Vorbild. "Ich dachte mir, das kann der ASV doch auch", und so fing der engagierte Sportler an, interessierte Mithelfer und Teilnehmer zu suchen. Die Trainerinnen Heike Schweens und Corinna Prell sowie Förderlehrerin Elke Proschka waren sofort angetan und mit an Bord.


Auf den Punkt fit


"Ich muss zugeben, dass ich anfangs etwas skeptisch war", sagte Elke Proschka, die ja ihre Schüler gut kennt. "Aber die Jugendlichen waren nach dem eingehenden Training auf den Punkt fit." Nicht alle Kinder waren sichere Schwimmer, aber Corinna Prell, die auch hauptberuflich mitmachte, schaffte es, dass alle 15 Jungen und Mädchen die 100 Meter im tiefen Wasser des Freibads bewältigten.

"Eine Herausforderung war, die Wechsel zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen zu organisieren", sagte Heike Schweens. Dafür brauchte es noch zusätzliche Betreuer, die darauf achteten, dass zum Beispiel die Kinder nach der Schwimmstrecke nicht mit dem Rad in die falsche Richtung starteten.

Elf Wochen lang haben die engagierten Ehrenamtlichen zweimal wöchentlich mit den Kindern trainiert, denn beim Inklusionsmarathon galt es, neben der Schwimmstrecke noch fünf Kilometer auf dem Rad und 400 Meter laufend zurückzulegen. "Die Kinder der Förderschule waren unglaublich motiviert und mit ganz viel Willen bei der Sache", so Heike Schweens.


Eine echte Herausforderung


Besonders beeindruckt von den Leistungen der jungen Triathleten zeigte sich Nicole Allstadt, selbst begeisterte Triathletin, die die Laudatio hielt. "Triathlon ist eine echte Herausforderung. Der Körper muss in der Lage sein, sich schnell auf die jeweils neue Belastung einzustellen", sagte sie und lobte die Idee, behinderten Sportlern die Möglichkeit zu geben, einen Triathlon zu bestreiten. "Die Organisatoren haben aber die Jugendlichen nicht nur trainiert, sie haben Fahrdienste organisiert und Sportausrüstungen besorgt."

Ein Engagement, das sich gelohnt hat, wenn man die beiden begeisterten Teilnehmer Lisa-Marie Trivian (15) und Justin Wienholz (14) befragt. Anfänglich wollte Lisa-Marie gar nicht mitmachen, doch dann war sie schnell Feuer und Flamme und ungemein stolz, die Strecken bewältigt zu haben. "Das Schwimmen war am coolsten", sagte die junge Sportlerin.

Justin hingegen bezeichnete sich ohnehin als sportlichen Typ. Er war beim Inklusionstriathlon ganz in seinem Element und fühlte sich in jeder Disziplin zu Hause. "Ich bedanke mich im Namen aller Sportler für die Unterstützung", sagte Lisa-Marie in ihrer kurzen Ansprache, "wir werden wieder fleißig für das nächste Mal trainieren." Es kann also auch Spaß machen, seine Grenzen zu überwinden.

Natürlich soll der Inklusionstriathlon keine einmalige Sache gewesen sein, und so trainieren die Jugendlichen bereits wieder einmal wöchentlich für den nächsten Termin im Sommer. "Ich möchte das Ganze noch etwas ausbauen", sagte Alexander Meile. "Ab 15. Mai trainieren wir auch wieder im Freibad, und ich wünsche mir dann noch ein paar Jugendliche mehr."