Der Kasendorfer ist seit Donnerstag Vorsitzender des FDP-Kreisberbands. Er griff in seiner antrittsrede nicht nur die Propaganda der AfD an, sondern auch CSU und CDU. Aktuell den Beschluss des CDU-Parteitags, nach dem die doppelte Staatsbürgerschaft wieder abgeschafft werden soll.


Wird David McAllister ausgebürgert?

"Dann warten wir also darauf, dass McAllister ausgebürgert wird", sagte Otte. David McAllister hat einen deutschen und einen britischen Pass, ist in Berlin geboren, war für die CDU niedersächsischer Ministerpräsident und ist jetzt Vizepräsident der EVP im Europaparlament.

An der Obergrenze-Diskussion stört Michael Otte die Pauschalierung. "Wir haben doch drei Gruppen von Menschen, die zurzeit zu uns kommen. Zum einen die Kriegsflüchtlinge, die ein verfassungsmäßiges Recht auf Schutz haben. Deren Zahl kann man nicht deckeln", stellte Otte fest. Dann gebe es Wirtschaftsflüchtlinge, die auch politische Verfolgung geltend machen. Deren Begehren werde in Asylverfahren geprüft. "Und dann haben wir reguläre Zuwanderung, die wir brauchen. Hier kann man eine Obergrenze wollen, doch dann muss man als CSU halt auch ein Zuwanderungsgesetz wollen."


Gezielte Falschinformationen


Der neue Vorsitzende beklagte auch die gezielten Falschinformationen in den sozialen Medien, mit denen nur Stimmung gemacht werde. In Kulmbach bemäkelte Otte die Verschwendung von Steuergeldern: "13 Millionen für ein paar Parkplätze zu vergraben, ist Wahnsinn."

Mit seinem Vorgänger Thomas Nagel ist Otte einer Meinung: Das Ziel der Liberalen müsse der Wiedereinzug in den Bundestag sein. "Dann werden die Liberalen an der Basis auch wieder besser wahrgenommen."

Nagel, der kürzlich zum FDP-Bezirksvorsitzenden gewählt worden war, ist künftig neben Rüdiger Gust und Margit Drechsler einer der drei Stellvertreter Ottes. Dem Vorstand gehören ferner Schriftführer Stephan Otte, Schatzmeisterin Ann-Kathrin Wölk sowie die Beisitzer Brita Ziegler, Bernd Otte und Klaus Pühlhorn an.