Das alles hatten Drogenfahnder Mitte März dieses Jahres in der Wohnung des Arbeiters in einem Kulmbacher Stadtteil sichergestellt. Als Quittung gab es vom Amtsgericht eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro (40 Tagessätze zu 30 Euro).

Durch Whats-App-Nachrichten war die Polizei dem Mann auf die Schliche gekommen. Der Angeklagte behauptete freilich, dass er weder ein Smartphone besitze, noch bei Whats-App angemeldet sei.

Er habe zu keinem Zeitpunkt Drogengeschäfte mit dem Bekannten gemacht. Der wurde bereits vor geraumer Zeit wegen des Besitzes von über 50 Gramm Haschisch verurteilt. Ob es auch zu Geschäften mit dem Angeklagten gekommen sei, wollte das Gericht von dem als Zeuge geladenen 29-jährigen Arbeiter wissen, doch da verweigerte der Mann die Aussage. Zeugen müssen vor Gericht nicht aussagen, wenn sie sich mit der wahrheitsgemäßen Beantwortung einer Frage selbst belasten würden.

Während der Befragung des ermittelnden Beamten stellte sich heraus, dass eine der beiden Mobilfunknummern aus den Akten gar nicht zum Angeklagten gehört. Außerdem entsprächen die getippten Nachrichten nicht seinem Umgangston.


Nur Dekostücke

Zu dem kleinen Drogendepot in seiner Wohnung sagte der Angeklagte, dass die Feinwaage und der Cruncher nur Dekostücke gewesen seien. Warum er sie dann in einer Holzkiste zusammen mit den Cannabissamen aufbewahrt habe, statt sie dekorativ in seiner Wohnung platzieren, dafür hatte er keine Erklärung. Nicht verraten wollte er auch, woher das alles habe.

Staatsanwalt Roland Köhler hatte wegen des Besitzes von Betäubungsmittel auf die später auch verhängten 30 Tagessätze zu jeweils 40 Euro plädiert. Verteidiger Alexander Schmidtgall aus Kulmbach wollte eine etwas niedrigere Strafe von 30 Tagessätzen erreichen. Richterin Sieglinde Tettmann begründete ihr Urteil schließlich damit, dass die Menge nicht unbedingt die kleinste gewesen sei. Allerdings sei der Angeklagte nicht vorbestraft, es habe sich um eine weiche Droge gehandelt und er habe den Besitz eingeräumt.