Die Nachricht, dass das Bierfest für ein Jahr vom Zentralparkplatz auf das Brauereigelände umzieht, hat nicht nur viele überrascht, sondern auch viele Fragen aufgeworfen. Auch die, ob traditionelle Programmpunkte wie der Fanclub-Umzug am ersten Bierwochen-Sonntag stattfinden.

Letztere Frage stellen sich vor allem die Vereine, die beim bunten Zug durch die Innenstadt Jahr für Jahr mit originellen Ideen aufwarten, die schon mal eine kleine Brauerei oder einen Bierbrunnen anfertigen und ausreichend Zeit brauchen, um ihre Vorhaben umsetzen zu können.


Die Planungen laufen

Sicher scheint die Fanclub-Gala 2017 nicht. Dass es aktuell noch offen ist, ob der Umzug über die Bühne geht, teilt Helga Metzel, die Sprecherin der Kulmbacher Brauerei, auf Anfrage mit.

Bedauern würde die Absage der Markgrafen-Spielmannszug. "Das wäre mehr als schade, ist es doch ein publikumswirksamer Höhepunkt des Bierfestes", sagt Stabführer Frank Ramming. Man habe die Brauerei deshalb bereits per E-Mail kontaktiert und vorgeschlagen, den Umzug in diesem Jahr in entgegengesetzter Richtung zu veranstalten. "Man könnte ja die Gruppen am Marktplatz und im Schießgraben aufstellen und dann in die entgegengesetzte Richtung laufen."


"Termin vorsorglich reserviert"

Ramming geht davon aus, dass der Umzug ausfällt. Diesen Schluss zieht er aus einer schriftlichen Antwort, die man von der Brauerei erhalten habe. "Uns wurde geschrieben, dass der Fanclub-Festzug nach der Verlegung der Bierwoche in der bisherigen Form keinen Sinn macht." Dem Markgrafen-Spielmannszug sei mitgeteilt worden, dass er am 30. Juli eine anderweitige Anfrage "ohne schlechtes Gewissen" annehmen könne. "Das ist für mich eine Absage, und das habe ich bei unserer Generalversammlung den Mitgliedern so auch mitgeteilt." Dennoch hofft Ramming, dass die Brauerei noch am Festzug festhält. "Den Termin haben wir im Kalender vorsorglich noch für die Bierwoche reserviert."


Das sagen die "Roten Socken"

Auch der EKU-Fanclub "Rote Socken" würde in diesem Jahr wieder gerne an dem Umzug mit den Bierfest-Freunden teilnehmen. Sein Stammtisch benötige anders als andere Vereine allerdings keine große Vorbereitungszeit, sagt Sprecher Achim Schneider, der der Entscheidung der Kulmbacher Brauerei daher auch gelassen entgegensieht. "Wir sind da spontan", erklärt Schneider, der nicht nur den ersten Bierfest-Sonntag ganz dick in seinem Terminkalender angestrichen hat, sondern auch den Eröffnungstag. Er ist nämlich Vorsitzender des Büttnertanzvereins, der vor der Rathaustreppe den Büttnertanz aufführt und im Anschluss mit den Ehrengästen ins Festzelt einzieht.

Dieser Festzug wird wohl stattfinden, wie Helga Metzel mitteilt. Was genau geplant ist, welche Route ausgewählt wird, konnte die Unternehmenssprecherin aber noch nicht sagen. Man sei bei den Planungen noch nicht so weit.


Der Weg ist nicht zu weit

Die Kulmbacher Büttner hätten, wie ihr Vorsitzender Achim Schneider erklärt, kein Problem damit, die längere Wegstrecke vom Rathaus in die Lichtenfelser Straße zurückzulegen.


Büttner: Standort zweitrangig

Dem einmaligen Umzug des Bierstadels auf das Brauereigelände gewinnt Schneider im übrigen grundsätzlich auch etwas Positives ab. "Es ist ja eine Chance, darüber nachzudenken, was man anders machen kann." Ob Festgelände in der Lichtenfelser Straße oder Zentralparkplatz - "so lange der Kern des Kulmbacher Bierfestes, die Pflege der Bierkultur und das Treffen von Bierfreunden aus aller Welt, erhalten bleibt", sei die Standortfrage sowieso eher zweitrangig, stellt der Büttner fest.