Die Hans-Wilsdorf-Schule ist um eine Ausbildungssektion reicher. Dieser Tage wurde die neue Lastwagen-Halle feierlich übergeben. Hier können in Zukunft Schüler der Fachrichtungen Karosseriebau, Kälte- und Motorentechnik sowie Fernkraftfahrer unterrichtet werden. Dabei steht in der Halle der praktische Unterricht auf dem Programm, etwa hydraulische Vorgänge kennen lernen, den Motor in den Lehr-Brummi einbauen oder selbigen auch einmal fahren.


Planungen gehen bis 2008 zurück


Oberstudiendirektor Joachim Meier erläuterte in einer launigen Ansprache den Werdegang von der Idee zur Halle bis zum fertigen Projekt. Er berichtete zunächst, dass bereits seit 2008 erste Forderungen nach einer zusätzlichen Ausbildungshalle gestellt worden waren und diese 2010, als er selbst neuer Oberstudiendirektor wurde, noch einmal konkretisiert wurden.

Die Umsetzung scheiterte jedoch zunächst an der ursprünglich geplanten Größe der Halle:"360 Quadratmeter waren wohl nicht genehmigungsfähig. Da wurde einfach auf 240 Quadratmeter reduziert." Anfang 2014 wurde dann mit dem Bau begonnen, der im selben Jahr noch abgeschlossen wurde.


Funktionierende Werkstätten


Im Anschluss erklärte Meier, inwiefern die Ausbildungsrichtungen der Berufsschule vor dem Bau der Halle schon umstrukturiert und Räume oder sogar Gebäudeteile umkonzipiert wurden, um flüssigen Unterricht und fundierte Ausbildung zu gewährleisten. "Vor allem funktionierende Werkstätten für Mechatroniker waren notwendig geworden."

Der Weg zum aktuellen Schulprofil war lang. Die Ausbildungsrichtung Agrartechnik wurde aufgelöst, um räumlichen Platz für die anderen Sektionen zu schaffen. Die einzelnen Zweige wurden in andere Räume verlagert, wobei man versuchte, solche zusammenzufassen, die die gleichen Werkstätten oder Maschinen benötigten. Dieser Prozess dauerte einige Jahre, bis alle Fachrichtungen ordentlich untergebracht und Platz für die neue Halle geschaffen wurde.


Schüler sind begeistert


Ziel dieser Verschiebungen war es, dass Schüler, die ähnliche Ausbildungsrichtungen durchlaufen, die gleichen Werkstätten und Maschinen nutzen können. Nun profitieren Schüler verschiedener Zweige von den unterschiedlich eingerichteten Räumen. Auch die Schüler seien begeistert, vor allem von der Qualität der Werkstätten. Abschließend dankte Meier allen Unterstützern und Sponsoren, die dazu beigetragen hätten, Bau und Fertigstellung der Halle voranzutreiben.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner freute sich über den Neubau:"Jetzt können die nicht mehr zeitgemäßen Einrichtungen aus den 1970er und 80er Jahren ersetzt werden." Söllner betonte aber auch, dass 1,3 Millionen der insgesamt 1,8 Millionen teuren Halle von der Schule selbst getragen worden seien.

Anschließend ging er noch einmal auf die Bedeutung Kulmbachs als Schulstandort ein:"Die relativ stabilen Schülerzahlen sind deutlich. Zukunftsträchtige Berufe werden hier unterrichtet."

Der leitende Regierungsschuldirektor Jürgen Keil, der ebenfalls an der Feier teilnahm, lobte die moderne Ausstattung der Schule. "Ausstattung verpflichtet", mahnte er Lehrer und Schüler, und rief dazu auf, die neuen Lehrmittel auch tatsächlich zu nutzen. Handlungsorientierter Unterricht sei im Lehrplan fest verankert. Zudem genieße die Schule den Ruf, ein in manchen Punkten konkurrenzloses Schulprofil zu besitzen, zum Teil über Oberfranken hinaus.


Berufskraftfahrer sind wichtig


Michael Möschel, Leiter der Verkehrsakademie Kulmbach, umriss kurz den Stellenwert des Berufskraftfahrers. Auch hier werde inzwischen eine Ausbildung oder gar duales Studium oftmals von Firmen gefordert."Die Zeiten, in denen ein C-Führerschein als Qualifikation reichte, gehen dem Ende zu", betonte er.

Andreas Tröger, Vorstandsvorsitzender der KFZ-Innung Oberfranken, erwähnte zeitgenössische optimale Ausbildung als Voraussetzung für Standortsicherung, sowohl in Schul- als auch Betriebsstandorten.

Erhard Hildner vom Fördererkreis der Hans-Wilsdorf-Schule zeigte sich über die Aufwertung der Schule als Lern- und Lebensraum erfreut.