Die Scharen hielten sich allerdings in Grenzen, und gut 30 Interessierte waren gekommen, um sich über die Mühlen im Allgemeinen der Stadt Kulmbach von Kastellan Harald Stark und von Müllermeister Andreas Erhardt über die Arbeit der Mühlen und die Nutzung der Wasserkraft ausführlich informieren zu lassen. Roman Geyer stand zusammen mit Braumeister Alexander Matthes Rede und Antwort für die Kommunbräu.

Ein Nachkomme der früheren Müllersfamilie Limmer, Hans-Hermann Limmer (71), der Urenkel des Gründers, hat heute noch sehr enge Verbindung mit der früheren Mühle, der heutigen Kommunbräu: "Auf der Mühle habe ich früher selbst nicht gearbeitet. Nur ab und zu als Zwölf- bis 15-Jähriger für zehn Pfennig in der Stunde Säcke abgefüllt und verladen. Es stand schon zur Debatte, dass ich in den Betrieb einsteige, und deshalb musste ich auch meinen Diplom-Braumeister in Weihenstephan machen."

Es kam aber alles ganz anders, denn nach seinem Braumeisterstudium wollte Hans-Hermann Limmer in der Mühle ein kaufmännisches Praktikum machen. "Aber wie ich dann immer wieder das alte Lied gemerkt habe, nämlich Jung und Alt, habe ich mich anders entschieden, denn mein Vater hat mich nirgendwo in die Bücher reinschauen lassen. Da habe ich dann zu ihm gesagt: Tut mir leid, unter den Umständen fang ich hier nicht an."

Hans-Hermann Limmer hat dann in Köln ein Wirtschaftsingenieurstudium absolviert und von da ging er direkt zu IBM, in ein ganz anderes Metier. Er selbst wäre aber gern an die Hochschule für Gestaltung und wollte Designer werden. Hans-Hermann Limmer: "Ich hätte auch die Fähigkeiten dazu gehabt, aber da gab es ein klares Nein von meinen Eltern."

Gewohnt hat Hans-Hermann Limmer aber fortan immer in der unmittelbaren Kommunbräu, der früheren Limmersmühle: "Meine Wurzeln waren schon immer in Kulmbach und ich bin heute meinem eigentlich Beruf, dem Brauer, näher als es früher war, denn ich helfe nach wie vor in der Brauerei aus."

Als letzter Eigentümer der Limmersmühle hat Hans-Hermann Limmer natürlich auch entscheidend zur Verwirklichung der Kommunbräu beigetragen, denn er hat das Areal an die Kulmbacher Kommunbräu auch veräußert und, was aber noch dazu kam: "Ich habe mich sehr früh auch finanziell in der Kommunbräu engagiert und habe Anteil Nummer Fünf, und die Fünf hat sowieso immer eine gewisse Bedeutung."

Und bei der Entwicklung der Kommunbräu gerät der letzte Eigentümer der Limmersmühle ins Schwärmen: "Ich bin absolut begeistert und bin Feuer und Flamme für meine Kommunbräu. Die Kommun ist mittlerweile ein Teil meines Lebens, anders kann ich es nicht ausdrücken. Ich bin wirklich in der tiefsten Seele froh, dass wir mit der Kommunbräu in die Gänge gekommen sind, und sie ist von der ganzen Struktur und vom Metier her am Allerbesten für den, der sich mit der Limmersmühle gedanklich verbindet und als Fortführung harmoniert."

Am Rande der Ausstellung trafen sich Heinz Dupke und Hans-Hermann Limmer, und die Freude war natürlich groß. Heinz Dupke, der in Untersteinach wohnhaft ist, sagt: "Ich bin damals als Müller in der Mühle eingestellt worden und die Erinnerungen an diese Mühle gehen mir auch heute noch durch den Kopf. Ich wurde von Hans-Wolf Limmer eingestellt und er war ein sehr guter Chef und Mensch. Es war eine schöne Zeit, aber anders als heute."

Knappe 15 Jahre war Heinz Dupke bei der Familie Limmer beschäftigt, die letzten Jahre war er allerdings im Betrieb als LKW-Fahrer eingesetzt. Heute genießt es der frühere Müller, ab und zu in die Kommunbräu zu gehen, um hier zu Essen und auch ein gepflegtes Bier zu trinken.