So prächtig hat sich Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf das Landesamt für Umwelt in Steinenhausen nicht vorgestellt. "In dem wunderbaren Barockschloss residiert unsere schönste Dienststelle", sagt sie. Die CSU-Politikerin hat am Donnerstag aber nicht nur freundliche Worte im Gepäck, sondern auch ein konkretes Projekt, das den Standort stärkt: Kulmbach wird Kompetenzzentrum für den Strahlenschutz.

"Wir machen den Umweltschutz in Bayern fit für die Zukunft", sagt sie vor den fast vollzählig versammelten 60 Mitarbeitern im LfU Steinenhausen. Dabei spiele Kulmbach eine wichtige Rolle. Ein Schwerpunkt des neuen Kompetenzzentrums: In Steinenhausen wird künftig der Rückbau von Atomkraftwerken koordiniert. "Der Rückbau der bayerischen Kernkraftwerke ist eine der größten umweltpolitischen Aufgaben in den kommenden Jahren", erklärt die Ministerin im Beisein des LfU-Präsidenten Claus Kumutat, Augsburg.

Scharf weiter: "Die Sicherheit von Menschen und Umwelt steht an oberster Stelle. Das Kompetenzzentrum Strahlenschutz wird den Rückbau mit Fachwissen sowie engmaschigen Kontrollen vor Ort und im Labor begleiten." Um die Aufgaben zu bewältigen, werde das Personal in Kulmbach um 15 Mitarbeiter aufgestockt. Außerdem sei geplant, die Laborfläche in Steinenhausen auf 800 Quadratmeter auszubauen - fast eine Verdreifachung.

"Ein Gewinn für uns alle"

Das neue Kompetenzzentrum wird nach ihren Worten "ein Gewinn für uns alle". Es sei eine Aufwertung für Kulmbach und die Region und zeige, dass die Heimatstrategie der Staatsregierung - nämlich Arbeitsplätze in die ländlichen Regionen zu verlagern - der richtige Weg ist. "Wir lassen keine Region zurück - auch nicht die, die ganz im Norden liegen", so Scharf. "Das ist ein klares Ja zum Standort Kulmbach."

Bevor der Leiter des LfU Steinenhausen, Klaus Buß, und sein Stellvertreter Ulrich Kratzel ihrer Chefin bei einem Rundgang die Dienststelle zeigen, nutzt Oberbürgermeister Henry Schramm die Gelegenheit, die Ministerin um weitere Unterstützung zu bitten. "Wennst uns a weng helfen kannst, wir nehmen"s gern." Er weist - auch im Namen von Landrat Klaus Peter Söllner und MdL Martin Schöffel - darauf hin, "dass die neuen Arbeitsplätze für unsere Region ein Gewinn sind, in einem Ballungsraum fallen sie gar nicht auf".

Schramm baut auf Seehofer-Wort

Nachdem man sich in Kulmbach von der Heimatstrategie etwas mehr erwartet hat, hoffe er, Schramm, nun auf eine Zusage des Ministerpräsidenten Horst Seehofer: " Er hat mir versichert, dass die Behördenverlagerung noch nicht zu Ende ist."