Kulmbach wird jetzt von einer Frau regiert: dem Angela Merkel-Double, Kulmela Murkel, gespielt von Birgit Obermaier, der Sitzungspräsidentin des Kulmbacher Faschingskomitees (KFK).

Wie alle Jahre wieder hatte sich der Oberbürgermeister eine ganz besondere List ausgedacht, um der Gefangenschaft durch die Narren zu entgehen: "Das Rathaus soll ein Kloster sein, da will normal kein Narr hinein." Davon ließen sich die Pappnasen allerdings nicht abschrecken: Mit vereinten Kräften und ohne viel Federlesens umzingelten die Kinder des KFK, der Ersten Kulmbacher Showtanzgarde und der Parkettfeger aus Mainleus den als Bruder Henry verkleideten Rathauschef und übernahmen die Schlüsselgewalt.

"Was ist der Unterschied zwischen einem Kloster und einem Rathaus?", wollte Murkel von Schramm wissen: "In beiden Häusern muss gespart werden", antwortete dieser. Man sei mitten in den Haushaltsberatungen, so Schramm. "Da merkt man erst, wie arm man dran ist", witzelte der Oberbürgermeister. "Ja, wenn das so ist, dann hätte ich in Berlin bleiben können", meinte die Obernärrin, die stolz ein Bild der Bundeskanzlerin auf ihrer Brust trug.

Die neuen Herren hatten sogleich ein närrisches, elf Punkte umfassenden Programm erlassen, das vom Kulmbacher Till (Michael Friedrich) verlesen wurde. Bis zum Aschermittwoch am 18. Februar 2015 herrschen in Kulmbach närrische Zustände. Stadtratssitzungen sind in dieser Zeit untersagt, denn so der Narr: "Für närrische Sitzungen sind wir zuständig."

Eigentlich wollte Kulmela Murkel, wie sie reimte, "zum Karl Theodor, doch dort stand ich vor verschlossenem Tor." Kurzentschlossen disponierte die Närrin mit dem eiskalten Blick, die nicht auf den Mund gefallen war, um: "Lässt der mich stehn, das ist kein Witz. Da geh ich doch lieber zum KFK ins Fritz." Dort hatte das närrische Treiben seinen Anfang genommen: Das scheidende Prinzenpaar Silke I. und Stefan III. (beide Ennen) und die Garden des KFK schwebten die Rolltreppe herunter.

Dann ging es Schlag auf Schlag, jagte ein spritziger Tanz den nächsten. Die feschen Mädchen der Prinzengarde warfen schwungvoll und mit Elan ihre Beine in die Höhe, dass es eine wahre Pracht war. Die Stöpsel-Garde ließ, farbenfroh kostümiert, mit ihren Barbie-Tanz die Puppen tanzen. Auch zwei Tanzmariechen wirbelten ausgelassen über das Parkett: Katharina Hahn und Anna Dewagner von den Parkettfegern.

Anschließend schlängelte sich ein bunter Zug, umrahmt vom klingenden Spiel der Blaskapelle des Musikvereins Burghaig, durch die Innenstadt zum Rathaus. Immer wieder regnete es Kamellen auf die Zaungäste herab. "Kulmbach Helau", riefen Silke I. und Stefan III. und auch das Kinderprinzenpaar der Ersten Kulmbacher Showtanzgarde Anna Maria Guttilla und Carlos Dück war mit dabei.

Vor dem Rathaus stand das Tanzbein ebenfalls nicht still: Showtanzmariechen Marija Beyer verzauberte als Piratenbraut Alt und Jung und auch die Nachwuchsgarde der Ersten Kulmbacher Showtanzgarde, die "Super Dancer", zeigten ihr Talent.