Es ging um Aufklärung und Bedenken - am Donnerstagabend hatte die Marktgemeinde Marktleugast mit Bürgermeister Franz Uome (CSU) Bürger eingeladen, um über den vorliegenden Bauantrag der Familie Haas zu sprechen. Letztlich wurde nur ein Abend nachgeholt, wie er hätte schon stattfinden sollen. Doch damals herrschte Platzmangel. Nun fehlte es nicht an ausreichend Stühlen, dafür blieben die beiden fern, die mit ihrem geplanten Stall nicht unbedingt einen Begeisterungssturm ausgelöst haben.

Eher im Gegenteil: Dagmar Knade, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen den Stall, übergab Uome eine Liste mit über 250 Unterschriften von Gegnern des Legehennen-Stalls in Mannsflur. Deutlich wurde aber auch, dass der geplante Legehennen-Stall aus Sicht der Fachbehörde, deren Vertreter anwesend waren, Aussicht auf eine Baugenehmigung habe.

Laut Bauantrag ist ein eingeschossiges Gebäude mit einer Länge von 88 Metern und einer Breite von 30 Metern geplant. Der Bauantrag wurde am 14. November 2016 im Rathaus abgegeben, am 22. November wollte der Bauherr sein Bauvorhaben im BRK-Heim in Mannsflur vorstellen, doch aufgrund des großen Interesses war es nicht möglich, die Veranstaltung in dem kleinen Raum durchzuführen. Deshalb musste sie abgebrochen werden.

Am Tag darauf, am 23. November, erhielt die Marktgemeinde ein Fax der Rechtsanwaltskanzlei Schipper, mit dem der Bürgermeister aufgefordert wurde, den Bauantrag am 28. November in der Gemeinderatsitzung zu behandeln. Andernfalls, so der Ton des Schreibens, würden Schadensersatzansprüche gegen den Bürgermeister im Wege seiner Amtshaftung geltend gemacht werden. "Das gleiche Schreiben erhielt ich am 25. November per Einschreiben und dann kam noch der Gerichtsvollzieher am 28. November, der mir das gleiche Schreiben nochmals brachte", erzählt Uome.

Walter Stingl unterbreitete am 24. November einen zweiten Vorschlag, den geplanten Bio-Legehennen-Stall um 50 Meter weiter in den Außenbereich zu verlegen. Der Bauantrag wurde in der Sitzung am 28. November von Uome zurückgezogen, da das Bauvorhaben umfangreich sei. Eine bauplanungsrechtliche Beurteilung könne auf die Schnelle nicht erfolgen. "Bis dato - und das ist ein wichtiger Grund - liegen widersprüchliche Plansätze vor. Aus heutiger Sicht wird das Bauvorhaben am 9. Januar 2017 im Marktgemeinderat behandelt."
Verwaltungsleiter Michael Laaber und Bauamtsleiter André Weber gingen auf das Baurecht ein und machten deutlich, welche rechtlichen Möglichkeiten der Marktgemeinderat beim gemeindlichen Einvernehmen hat. Wichtig sei laut Weber, welcher Standort dem Bauvorhaben zugrunde liegt. Welche Fachgutachten dazu im Einzelnen notwendig sind, das sei Aufgabe des Landratsamtes.


Landratsamt hält sich zurück

Andreas Koller vom Veterinäramt verwies darauf, dass das Landratsamt in allen Baugenehmigungsverfahren Neutralität zu bewahren habe. Koller überbrachte eine Botschaft von Landrat Klaus Peter Söllner: "Alle Beteiligten können sicher sein, dass nach Recht und Gesetz entschieden wird." Bedenken und Vorbehalte der Bürgerinitiative würden geprüft und in der Entscheidungsfindung bewertet werden. Nachdem der Bauantrag dem Landratsamt noch nicht vorliege, könnten keine Aussagen über eine Genehmigungsfähigkeit getroffen werden.
Ernst Baierlein vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der die Landwirtsfamilie Haas bei der betrieblichen Entwicklung beraten hatte, merkte an, dass das Amt bei der Beteiligung als Träger öffentlicher Belange zum Bauvorhaben gehört werde. Die Vertreterin der Bürgerinitiative "Mannsflur gegen Massentierhaltung", Dagmar Knade, zeigte sich begeistert, wie die Mannsflurer nach dem gescheiterten Infoabend reagierten: "Wir wehren uns nicht gegen Ställe an sich und schon gar nicht gegen Ställe mit artgerechter Haltung in mittelständischen, bäuerlichen Strukturen. Es geht uns um den Widerstand von Großanlagen, die schon durch ihre Größe keine artgerechte Tierhaltung ermöglichen und die Umwelt beeinträchtigen." Die Anlage würde die Entwicklung des Ortes negativ beeinflussen.

Friedbert Suttner wollte wissen, ob man versucht habe, mit der Landwirtsfamilie in Ruhe zu reden. Kerstin Stäsche: "Wenn er heute nicht da ist, will er nicht reden. Es geht nicht, dass er uns einfach den Stall vor die Nase stellt und nichts dazu sagt." Karin Thomas beantragte nach zwei Stunden, die Diskussionen zu beenden: "Das macht keinen Sinn. Ich bitte, unsere Einwände prüfen zu lassen."