Das "Deutsche Hochzeitsmuseum Wirsberg" war Thema im Gemeinderat und das Gremium erklärte sich einstimmig bereit, die Beratungen über das 2010 gestoppte Projekt wieder aufzunehmen. Eine Gruppe unter der Federführung von Werner Herrmann, hatte den Antrag eingereicht.
Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) sagte, er habe den Antrag mit den Fraktionssprechern und seinem Stellvertreter Karl Heinz Opel im Vorfeld beraten und beschlossen, das Gesprächsangebot anzunehmen.

Internationale Hochzeitskultur


In der Begründung zum Antrag wurde angeführt, dass der Markt und Luftkurort Wirsberg mit Unterstützung aller Fachbehörden und Förderstellen die einmalige Chance hat, über ein attraktives Museumskonzept und entsprechende Ausstellungsräume am Marktplatz zum Zentrum der deutschen und internationalen Hochzeitskultur weiterentwickelt zu werden. Wörtlich hieß es weiter: "Die in jüngster Zeit festzustellenden, zahlreichen Betriebsschließungen, gerade in dem für Wirsberg insgesamt sehr wichtigen Wirtschaftszweig des Fremdenverkehrs, führen zum Verlust von Arbeitskräften, von Kaufkraft und zu einem weiteren Mangel an Attraktivität auf dem Tourismussektor. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung des seit 1872 verwurzelten Wirtschaftszweiges Fremdenverkehrs ist dringend vonnöten, zumal sich aus der vorhandenen Infrastruktur Wirsbergs aktuell keine anderweitigen, überregional bedeutsamen Alternativen ableiten lassen."

Ein einmaliges Konzept


Das in Deutschland und Europa einmalige Museumskonzept bringe viele Vorteile. Nach der jetzt eineinhalbjährigen Denkpause hätten sich neue Gesichtspunkte herauskristallisiert, die eine besondere Würdigung verdienten und für das Museumsprojekt einen Neuanfang rechtfertigten. Hier führte man die Gründung eines Fördervereins und den Neuansatz für Zuwendungen aus bestehenden Stiftungen an. Man hielt auch finanzielle Unterstützung aus dem örtlichen und überörtlichen Gewerbebereich für möglich, die Erweiterung des Museumskonzeptes um interaktive Möglichkeiten, die verstärkte Einbindung der Bürgerschaft, der Geschäftswelt und der örtlichen Kulturträger in das Museumskonzept. Und schließlich hat die Marktgemeinde die beiden Bürgerhäuser Marktplatz 10 und 12 gekauft.

Verwaltungsleiterin Andrea Müller gab dazu auch die Stellungnahmen des Landratsamtes Kulmbach und des Bayerischen Gemeindetages bekannt. Darin wird übereinstimmend erklärt, dass mit Ablauf der Jahresfrist auch die Bindungsfrist für den Bürgerentscheid erlischt. Das heißt, der Marktgemeinderat ist in seiner Entscheidung frei und kann gegebenenfalls die alten Beschlüsse fortführen.

In der Aussprache dazu war für Gemeinderat Marcus Hentschel (CSU) wichtig, dass sich jetzt die Voraussetzungen und Bedingungen geändert haben. Und Angelo Henninger (SPD) verwies darauf, dass der Bürgerentscheid ein demokratischen Prozess war. Henninger: "Ich bin dafür, aber wir müssen die Bürger beteiligen." Zur Frage von Henninger, wie viele Personen hinter dem Antrag stehen, sagte Zweiter Bürgermeister Karl Heinz Opel (FW): "Vierzig. Die örtliche Geschäftswelt will etwas dafür tun, aber das geht nur mit schönen, kleinen Schritten."

Transaparenz ist wichtig


Jochen Trier (FW) hielt bei den weiteren Beratungen die Transparenz für wichtig: "Das ist ein sensibles Thema, dazu müssen wir die Bürger ins Boot holen." Bürgermeister Hermann Anselstetter meinte abschließend, dass die Sensibilität des Themas einen gründlichen Abwägungs- und Argumentationsprozess bedarf, der nicht kurzfristig zu bewältigen sein wird.