Es kam, wie es kommen musste: Die Sanierung beziehungsweise Verlegung des total maroden Oberflächenwasserkanals in einem Teilbereich der Bergstraße im Ortsteil Kauerndorf wird die Gemeinde Ködnitz sehr viel Geld kosten. In der Sitzung am Montagabend zeigte Peter Ruck vom Technischen Büro Werner aus Eltmann auf, dass hier mit einem Kostenaufwand von rund 600 000 Euro gerechnet werden muss. Allerdings sind darin auch die Neuverlegung einer Wasserleitung in dem Teilbereich mit rund 78 500 Euro und die Wiederherstellung der Straße mit 140 000 Euro enthalten. Allein für den Kanalbau muss mit Kosten von 228 000 Euro gerechnet werden. Zusammen mit den Nebenkosten und der Mehrwertsteuer liegen damit die Gesamtkosten bei 600 685 Euro.
Peter Ruck ließ keinen Zweifel daran, dass der untersuchte Oberflächenwasserkanal in dem fraglichen Teilstück "fix und fertig" ist: "Die Kanalrohre sind teilweise so massiv beschädigt, dass sie bereits in vier Teile zerbrochen sind." Natürlich warf der Fachmann auch die Frage auf, warum es überhaupt zu derartigen Schäden kommen konnte. Eine Antwort darauf hatte Ruck aber nicht parat. Es ist möglich, dass es bereits bei der Überbauung - der Kanal ist unter anderem mit drei hintereinander liegenden Wohnhäusern bebaut - zu einer Beschädigung der Kanalrohre kam. Mit einer DVD wurde schließlich der Zustand des Kanals dem Gremium vor Augen geführt. Dabei wurde deutlich, dass es keinen Sinn macht, nur Teile des mittlerweile 60 Jahre alten Oberflächenkanals zu erneuern und der Gemeinderat sich auch seiner Pflicht bewusst ist, das Oberflächenwasser ordnungsgemäß zu entsorgen. Ruck dazu: "Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn man versuchen würde, zu sparen und nur einzelne Teilbereiche auswechselt. Die Rohrstatik ist so beschädigt, aber der Kanal muss morgen nicht einfallen." Die Bauzeit für die gesamte Maßnahme wird mit rund fünf Monaten angenommen, nachdem auch der Bergweg in dem Teilabschnitt wieder vollkommen hergestellt werden muss.


Förderung abklopfen

In der Aussprache wurde deutlich, dass es wohl schwierig werden wird, diese Kosten von rund 600 000 Euro zu stemmen. Gemeinderat Michael Heisinger (Rangen): "Das sind ja wahnsinnige Kosten für eine kleine Gemeinde wie Ködnitz! Es ist ein Fass ohne Boden." Reinhard Kortschack (FW) wollte wissen, ob man mit dem jetzigen Querschnitt des Kanals auf der sichereren Seite sei. Nachdem das Oberflächenwasser aus einem großen Einzugsbereich in den Kanal im Bergweg gelangt, ist nicht ausgeschlossen, den Kanal zu erweitern. Reinhold Dippold (WGK): "Eine mögliche Förderung muss abgeklopft werden."
Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) kam zum Ergebnis: "Die Schadensbilder zeigen uns, dass kein Weg daran vorbei geht, den Kanal in dem Teilbereich zu erneuern. Es muss was passieren und wir müssen den Kanal auch in den öffentlichen Straßenbereich verlegen. Nur Teile davon anzupacken, macht keinen Sinn." Er kündigte an, dass die Maßnahme zunächst mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof abgestimmt und die Frage geklärt wird, ob die Gemeinde Aussicht auf eine staatliche Förderung hat.
Konkrete Formen nimmt die energetische Sanierung des Rathauses an. Der Entwurf des Architekturbüros H2M, Kulmbach, wurde gegen die Stimme von Willi Kolb genehmigt. Der Bauantrag sieht die Entfernung der vorhandenen Dachgauben und den Abriss des Nebengebäudes vor.
Teilweise konträr wurde ein Bauvorhaben in Ebersbach diskutiert. Es ging um eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle mit einer Feldscheune, einem Futterlager und einer Überdachung. Das Grundstück liegt im Außenbereich und die zentrale Frage ist, ob es sich rechtlich um ein privilegiertes Vorhaben handelt, das also der Landwirtschaft dient. Das gemeindliche Einvernehmen machte der Gemeinderat davon abhängig, dass der Bauherr die Privilegierung nachweisen müsse. Ebenso muss der Bauherr eine notwendige Wasserversorgung und eine Bereithaltung von Löschwasser auf eigene Kosten vornehmen. Die Zustimmung unter den vorgegebenen Auflagen erfolgte mit 9 gegen 4 Stimmen.