Früher hatten die Kindersendungen noch Pfiff, pardon Plopp. Richtig, das war das Markenzeichen von Michael Schanze. Der stets gut gelaunte TV-Onkel hat dieses Geräusch in seiner Sendung "1,2 oder 3" mit dem aus dem Backen schnelzenden Finger erzeugt. Hörte sich an, wie wenn man eine Bügelverschussflasche öffnet.
Die Rate-Show für und mit Kindern begeistert Jungs und Mädchen seit 1977. Heutzutage läuft "1, 2 oder 3" schon am frühen Samstagmorgen um 8.10 Uhr im ZDF, zu unserer Zeit in den Achtzigern im Vorabendprogramm. Danach gab's dann Abendessen, anschließend ging's ins Bett.

Und heute? Da flimmern zur besten (Erwachsenen-) Sendezeit um 20.15 Uhr so gegenannte Familien-Spielshows wie "Frag doch mal die Maus" oder "Klein gegen Groß" über den Schirm. Sendungen mit und eigentlich auch für Kinder. Natürlich werden die nachmittags aufgezeichnet, denn die mitspielenden Jungs und Mädchen sollen ja nicht bis kurz vor Mitternacht aufbleiben. Und die kleinen Zuschauer?

Machen Sie bloß nicht den Fehler, Ihre Kinder - vielleicht große Fans der Maus - noch ein bisschen in so eine Samstagabend-Show reinschnuppern zu lassen. Viel Spaß dabei, einen von der Sendung und ans Sofa gefesselten Halbwüchsigen ins Bett zu kriegen! Klar, wer will schon bei einem packenden Fußballspiel zur Pause einschlafen?

Für Kindersendungen zur Unzeit hätten die Programm-Strategen Andy Borg und den "Musikantenstadl" jedenfalls nicht in Rente schicken müssen.