"Ey Leute, ich habe Diamanten im Stein", ruft Kevin, nachdem er einen mitgebrachten Stein näher untersucht hat. Kevin und seine Mitschüler der Klasse 7a von der Mittelschule Mainleus im Landkreis Kulmbach sind nämlich heute zu Besuch im Geozentrum Windischeschenbach und zertrümmern Steine - und zwar aus wissenschaftlichem Interesse.


Das ist Weltrekord!


Windischeschenbach kann mit zwei Weltrekorden aufwarten: Hier befinden sich das tiefste noch zugängliche Bohrloch und der höchste Landbohrturm der Welt. Bis 1994 wurde dort zu wissenschaftlichen Zwecken bis zu 9101 Meter tief in die Erde gebohrt. Alles, was aus dem Bohrloch herausgeholt wurde, lagert in Kisten verpackt in einer riesigen Halle. Auch heute noch leihen sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt Gesteinsproben von den Geologen aus Windischeschenbach aus, um diese zu untersuchen. Die Umweltpädagogin Andrea Mack hat uns zuerst erklärt, wie Steine überhaupt entstanden sind. So teilt man sie nach ihrer Entstehung ein in magmatische Gesteine, Sedimentgesteine oder Umwandlungsgesteine. Genaueres dazu findet ihr im Infokasten!


Zwei Geschmacksrichtungen

Wir selbst hatten Steine von zu Hause mitgebracht und konnten nun im Labor untersuchen, zu welcher Gesteinsgruppe unsere Mitbringsel gehören. Zuerst schauten wir uns ihre Form, die Schichten und die Farben der Steine an. Außerdem untersuchten wir jeden Stein danach, ob er Fossilien, also versteinerte Pflanzen oder Tiere, enthält.
Dann zertrümmerten wir unsere Steine und versuchten, mit dem Fingernagel oder einem großen Eisennagel hineinzuritzen, um etwas über die Härte des Minerals herauszufinden. Wir beträufelten unsere Steine sogar mit verdünnter Salzsäure, so kann man nämlich einen Kalkstein identifizieren.


Kartoffel im Weltall

Natürlich durften wir auch - wie echte Wissenschaftler - unsere Steine unter dem Mikroskop näher betrachten. Auch einem Geschmackstest wurden die Steine unterzogen. Und wie macht man das? Man schleckt ihn einfach ab! An Geschmacksrichtungen stehen zur Auswahl: salzig oder neutral.
Und das haben unsere Forschungen ergeben: Diana hat einen Kalkstein mitgebracht. Imam hat einen metallhaltigen Stein gefunden, Leon einen bräunlichen Sandstein. Den hat er vom Feld eines Landwirts mitgebracht. Und Carolins Stein, den sie in ihrem Garten in Mainleus aufgesammelt hat, ist ein Glimmerschiefer, der wunderschön glitzerte.
Zu unserem Besuch gehörte auch eine Führung durch die Ausstellung im Geozentrum. Wer bisher glaubte, dass die Erde rund ist, wurde hier eines Besseren belehrt: Am Modell der "Potsdamer Kartoffel" konnten wir sehen, dass unser Planet viele Dellen und Beulen hat und tatsächlich wie eine Kartoffel aussieht. Wir erfuhren, dass dies an Unregelmäßigkeiten der Erdanziehungskraft liegt.


Mainleuser überstehen Erdbeben

Zum Abschluss konnten wir noch den Erdbebensimulator ausprobieren. Schon bei einem relativ schwachen Erdbeben fiel es uns schwer, stehen zu bleiben.
Unser Fazit: Für uns war das ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag. Es war vor allen Dingen erstaunlich und sehr interessant, was uns Steine, die wir bisher als eher langweilig empfunden haben, alles erzählen können, wenn wir sie nur genau genug anschauen.
Übrigens: Wie sich herausstellte, hat Kevin leider doch keine Diamanten gefunden, sondern nur kleine glitzernde Quarzeinschlüsse!


Das sind die drei wichtigsten Gesteinsarten


Sedimentgestein Dazu zählen alle lockeren oder festen Gesteine, die zum Beispiel durch Ablagerungen von Teilchen und organischen Resten entstanden sind. Sand und Schotter zählen zur Gruppe des Sedimentgesteins.

Magmatisches Gestein Man nennt es auch Erstarrungsgestein, weil es im Erdinneren erst geschmolzen und dann an der Erdoberfläche (nach einem Vulkanausbruch) abgekühlt und erstarrt ist. Ein Beispiel für magmatisches Gestein ist Basalt.

Umwandlungsgestein So nennt man Steine, die aus einem anderen Gesteinstyp aufgrund von hohem Druck und hoher Temperatur in der Erde entstanden sind. Ein Beispiel ist der Glimmerschiefer, den Carolin in ihrem Garten gefunden hat.
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