Fußball boomt. Deutschland ist Weltmeister, und die Stadien sind voll. Die Stars heißen Thomas Müller, Marco Reuß und Toni Kroos. Bayern München gewinnt jedes Jahr die Meisterschaft, und der 1. FC Nürnberg klopft wieder ans Tor zum Fußball-Oberhaus. Dazu gönnen wir uns gerne immer auch ein bisschen Sportromantik: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, und elf Freunde müsst ihr sein. Am liebsten aber erinnern wir uns ans Sommermärchen 2006, an die WM in Deutschland.

Wenn's denn noch so schön wäre! Die Fußballromantik müssen wir streichen. Mit der Begeisterung der Fans wird richtig Geld verdient. Die Vereine sind Wirtschaftsunternehmen, und ein Profispieler verdient als Ich-AG Unsummen. Und leider hat auch das Sommermärchen einen Makel abbekommen - es könnte gekauft gewesen sein.

Für die Aufklärung des WM-Skandals haben die Saubermänner vom DFB die Wirtschaftskanzlei Freshfields engagiert, die natürlich nicht umsonst arbeitet: 3,5 Millionen Euro kostet deren Bericht, aus dem hervorgeht: Nichts Genaues weiß man nicht. Ja, haben sie die noch alle? Schmeißen den verschobenen 6,7 Millionen Euro weitere Millionen hinterher. So ein mickriges Ergebnis für so viel Geld. Was bei der WM-Vergabe damals wirklich passiert ist, werden wir wohl erst vom Staatsanwalt und von den Ermittlern des Finanzamts erfahren.