Wie geht es weiter mit dem Kaufplatz? Diese Frage stellen sich viele Kulmbacher jedes Mal, wenn sie an der hässlichen Bauruine im Herzen der Innenstadt vorbeikommen.

Die Stadt möchte das Objekt gerne kaufen, um es abzureißen, und den Platz anschließend völlig neu zu gestalten. Doch der Weg zum Ziel ist steinig und fordert viel Geduld. Eigentümerin ist die niederländischen Kapitalgesellschaft Promontoria, die den Komplex vor drei Jahren von der luxemburgischen Gesellschaft Heddon gekauft hat - als Teil eines Immobilien-Portfolios, zu dem auch das Bamberger "Atrium" gehört.


Neue Strategie

Nachdem die Eigentümerin zunächst keine Einzelobjekte aus dem Portfolio verkaufen wollte, hat sie inzwischen ihre Strategie verändert. Für das Kulmbacher Objekt ist mittlerweile ein Nürnberger Vertreter des Immobilien-Management-Unternehmens Corpus Sireo zuständig, der ernsthaft an einem Vertragsabschluss interessiert scheint.

"Wir sind mit unseren Verhandlungen inzwischen recht weit und konnten den Kaufpreis erheblich drücken", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm. Er ist froh, dass nach jahrelangen vergeblichen Bemühungen endlich Schwung in die Sache kommt. Ursprünglich habe Promontoria 3,2 Millionen Euro haben wollen, mehr als den mit 2,8 Millionen Euro bezifferten Buchwert. "Jetzt sind wir bei einem Drittel weniger. Mehr ist nicht drin. Das wurde uns eindeutig zu verstehen gegeben." Die Stadt wird also mit der Firma Promontoria nur ins Geschäft kommen, wenn es gelingt, das Geld aufzutreiben.

Millionenbeträge kann die Stadt aus eigener Kraft nicht aufbringen. Im Sommer kam jedoch die gute Nachricht, dass der Freistaat Bayern für den Kauf 1,2 Millionen aus seinem Industriebrachenprogramm zur Verfügung stellt - eine stattliche Summe, "aber wir brauchen noch deutlich mehr Fördermittel, denn Abriss und Entsorgung werden uns auch noch einmal eine Million kosten".

Der Oberbürgermeister ist optimistisch, dass er noch genügend Zuschussgeber ins Boot holen kann. "Es geht jetzt einfach darum: Wie kriegen wir das Geld? Ich bin am Graben und hoffe, dass es klappt."

In den nächsten Tagen wird es weitere Gespräche bei der Regierung geben, so Schramm. "Fakt ist, wir können einen Weg finden, wenn alle Beteiligten mitmachen."


Kein weiterer Einzelhandel

Und wenn alles klappt: Wie soll das zentrale Areal dann künftig gestaltet werden? Einen Teilbereich könnte die Stadt für eine Wohnbebauung weiterverkaufen, um den Eigenanteil der Stadt wieder hereinzuholen. Über Details zum Gesamtkonzept könne man sprechen, wenn das Geschäft unter Dach und Fach sei. "Noch haben wir das Geld nicht und auch keinen Vertrag. Was auf jeden Fall nicht kommt, ist weiterer Einzelhandel. Wir haben genügend Verkaufsflächen in der Innenstadt."