Bierfest und Blasmusik gehören zusammen. Dass aber Blasmusik nicht gleich Blasmusik ist, das konnte man bei den zwei Konzerten vor der Eröffnung der Bierwoche auf dem Kulmbacher Marktplatz erleben. Nach der Kulmbacher Stadtkapelle am Donnerstag trat am Freitag das Sinfonische Blasorchester des Musikvereins Kasendorf auf.

Von Rock bis Swing

Es ist schon ein Apparat von Wagner'schen Ausmaßen: das Sinfonische Blasorchester (SBO) des Musikvereins Kasendorf, das das zweite Open-air-Konzert vor der Bierwoche auf dem Kulmbacher Marktplatz bestritt. Richard Wagner blieb diesmal aber in Bayreuth, obwohl das SBO auch dessen Musik im Repertoire hat. Zu hören waren Filmmusiken und große Hits von Rock bis Swing unter dem Motto "Sinfonie rockt den Markt."

Thomas Eschenbacher gelang auch bei diesem Konzert das Kunststück, mit dem großen Orchester einen völlig homogenen Klang zu schaffen. Da quäkt keine Klarinette mal raus, und keine Tuba bombt dazwischen.

Gleichzeitig bleibt die Musik aber immer noch durchsichtig und akzentuiert. Man merkt den Musikern durch die Bank jahrelange Routine an - auch in rhythmisch komplizierteren Passagen. Das Kasendorfer SBO gehört anerkanntermaßen zur Spitze des Musiklebens im gesamten Landkreis.

Bis zum letzten Ton

Das Sinfonische Blasorchester macht in erster Linie Musik zum Zu- und Hinhören. Mitklatschen und Schunkeln ist woanders. Die Zuhörer im weiten Halbrund um das Orchester lauschten gespannt bis zum letzten Ton. Der Applaus für die Musiker und Gesangssolisten danach kam aus vollem Herzen.

Der Kulmbacher Marktplatz erwies sich wiederum als gut geeigneter Raum für Veranstaltungen. Nicht nur für musikalische. Eine gestaffelte Bühne wäre der Leistung der Musiker in jedem Fall angemessen.