Musik für alle Generationen, für jeden Geschmack und in jeder Stilrichtung - das Sinfonische Blasorchester Kasendorf unter der Regie von Thomas Eschenbacher präsentierte sich bei der Mai-Musica in der Kulmbacher Stadthalle in Bestform. Die fast 70 Musiker zogen alle Register ihres Könnens Bei der Mai musica zeigten sich die fast siebzig Musiker in Bestform und nahmen die rund 500 Zuhörer mit auf eine Reise durch die Welt der Musik.

Anspruchsvoller Auftakt

Mit dem Tannhäuser-Festival sorgte das Orchester gleich zu Beginn für Furore. Selbst Nicht-Wagner-Fans ging das Herz auf, so wunderschön interpretierten die Musiker in nur zehn Minuten die romantische Oper um Tannhäuser und den Sängerkrieg auf der Wartburg. "Ja, Tannhäuser war sicher das anspruchsvollste Werk des Abends", sagte Dirigent Thomas Eschenbacher. "Aber das Tannhäuser-Festival ist eigentlich rhythmisch nicht so schwer, es ging eher um den Ausdruck."

Doch auch das übrige Programm konnte sich hören lassen. Die Kasendorfer Musiker nahmen die Zuhörer bei "Around the world in 80 days" auf eine zehnminütige Reise um die Welt mit, wie sie einst Jules Vernes in seinem Roman beschrieben hat. Die Reise mit Gasballon, Eisenbahn, Schiff und einer Elefantenkarawane war im 19. Jahrhundert eine Sensation. All die verschiedenen Eindrücke wurden in der Musik lebendig. Das wurde das Blech zur Elefantentrompete, indische Musik erklang, das Horn eines Schiffes ertönte und es erklang der Big Ben-Glockenschlag. Im Hintergrund illustrierten Riesen-Bilder an einer Leinwand die legendäre Reise. Und Moderator Florian Horner erklärte die Besonderheiten der Werke. Vor allem bei der Filmmusik schufen die Bilder eine zauberhafte Illusion.

Zwischenspiel für Krimifans

Krimifans kamen bei "Crime Time" auf ihre Kosten. Die Musiker hatten all die legendären Filmmusiken aus "Tatort", "Derrick" oder "Ein Fall für zwei" eingeübt. Und auch die Titelmelodie des Klassikers "Der letzte Mohikaner" oder die Musik zu "Ross Roy" waren hörenswert.

Damit nicht genug. Die Kasen dorfer Musiker hatten noch mehr drauf: Bei der großen Mai-Musica entführten sie das Publikum in den legendären New Yorker Jazzclub Birdland, in dem einst die Jazzlegende Charlie "Bird" Parker aufgetreten ist. "Satchmo" war eine Hommage an Louis Armstrong, ohne Gesang, aber nicht minder schön. Denn es erklangen die unvergesslichen Melodien wie "When the saints", "What a wonderful world" und "Hello Dolly".

Fans klassischer Blasmusik kamen bei dem festlich-trutzigen und bis heute wohl bekanntesten Militärmarsch "Preußens Gloria" auf ihre Kosten.

Sänger in Bestform

Absolute Höhepunkte waren die Auftritte der Gesangsinterpreten. Stephanie Herold heizte dem Publikum mit "Fever" so richtig ein und überzeugte mit Selbstbewusstsein. Besonders viel Können verlangte ihr der legendäre Superhit "Run" von Leona Lewis ab. Und Andreas "Cash" Casper, der im echten Leben einen Zug steuert, hatte sich "Nothing else matters" von Metallica ausgesucht und bewies, dass Rockmusik im Anzug absolut salonfähig ist.

Mit dem Radetzky-Marsch und vielen begeisterten Zugaberufen ging die Mai-Musica zu Ende. Für viele Zuhörer war klar, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen werden - oder vorher schon zum Herbstkonzert am Nikolausabend in Kasendorf.