Zu den Klängen des Dekanatsposaunenchors, bei der Schlüsselübergabe und dem Verschluss des alten Mühlsteines, der dem Objekt mit dem Namen gab, konnten sich zahlreiche Gäste aus Kirchenkreisen, Politik und Wirtschaft von dem gelungenen Neubau überzeugen.

Das 5,4 Millionen Euro teuere Projekt, das anstelle des abgerissenen alten Gebäudes steht, besticht durch viel Holz und Sichtbeton als Kontrast im Zusammenspiel zwischen warmen und hartem Material. Schraffierter Parkettboden, moderne Sitzmöbel im Foyer und ein schön gestaltetes Atrium geben dem Ganzen noch die besondere Note.

Platz für 82 Personen

Es ist Platz zum stilvollen Übernachten für 82 Personen in 16 Vierbett- und sechs Zweibett- sowie zwei behindertengerechten Dreibettzimmern. Dazu kommen noch fünf Gruppenräume.

Der offene Hauscharakter wird betont, es herrscht Großzügigkeit und Luftdurchlässigkeit. Man fühlt sich fast wie in einem Sternehotel. Und es passt vorzüglich in die umliegende Natur gleich neben der restaurierten alten Mühle aus dem 17. Jahrhundert, die schon länger restauriert wurde und als identitätsstiftender gegensätzlicher Blickfang dient.

Alte Mühle als Kapelle?

Vielleicht soll sie später mal als Kapelle oder für weitere Jugendräume genutzt werden, war aus Insider-Kreisen zu erfahren.

Träger des Jugendhauses ist das Dekanat Kulmbach, Dekan Jürgen Zink nannte es bei den Feierlichkeiten eine Begegnungsstätte der Jugend, die weit über die Region hinausreicht. "Wir haben Gäste aus ganz Bayern und eine große Nachfrage. Das Haus führt Menschen zusammen, hier geht es lustig und ernsthaft während der Aufenthalte zu, kirchliche Jugend, Konfirmandengruppen, Schulklassen und Vereine finden da eine neue Heimat".

Übungsraum für die Gesellschaft

Auf ein sozial und christlich geprägtes Leben könne man sich vorbereiten, "die jungen Leute lernen an einem Ort der Gastfreundschaft auch ein Tischgebet zu sprechen, Konflikte friedlich zu lösen, sie haben einen Übungsraum, sich in der Gesellschaft richtig zu bewegen".

Sein Dank galt besonders der finanziellen Unterstützung durch die Oberfrankenstiftung, die Landesstiftung, die Raps-Stiftung, die Glücksspirale, die Landeskirche, den Bayerischen Jugendring und die Bankinstitute.
Was vor zehn Jahren angedacht worden sei, ist nun vollendet. Nicht unerwähnt ließ Zink das Team um Diakon und Geschäftsführer Christian Hanf, "es ist ein Geschenk des Himmels".

Auf die besondere Bedeutung der Weihermühle für die Kirche - "wir wollen die Leute erreichen"- wies Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner aus München hin.

Weiterer Mosaikstein

Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete den Bau als zukunftsorientiert. Jugendarbeit habe im Landkreis Kulmbach einen extrem hohen Stellenwert, fügte er an, "die neue Stätte ist ein weiterer Mosaikstein".

Der Mainleuser Bürgermeister Dieter Adam erinnerte an die Anfänge des Jugendhauses im Jahre 1978, brachte eine brandneue und gute Nachricht mit: Der Gemeinderat beschloss, dass 54.000 Euro für den Neubau zur Verfügung gestellt werden.

Und Oberbürgermeister Henry Schramm als Vertreter der Oberfrankenstiftung, die über eine Million Euro beisteuerte, freute sich riesig über das vorzeigbare Domizil, "es wird weit über den Landkreis hinaus Signale aussenden".

Den Schlüssel für das Gebäude überreichte symbolisch Architekt Johannes Müller mit den besten Wünschen für die Zukunft, Dekan Zink stellte dieses unter den Schutz Gottes.

Diakon Hanf: "Ich bin happy, nach über zwei Jahren Pause, bedingt durch Planung und Bauarbeiten, wird das Haus endlich wieder mit neuem Leben erfüllt, wo junge Leute in Gemeinschaft eine gute Zeit verbringen können."