"Bei uns in der Bundesrepublik ist die Welt noch in Ordnung!" Mit dieser zentralen Aussage eröffnete Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den politischen Sommerabend des CSU-Ortsverbandes Stadtsteinach im Festzelt der Privatbrauerei Schübel. Friedrich sprach vor rund 400 Besuchern auch in seiner Eigenschaft als CSU-Bezirksvorsitzender und er bezeichnete die politische Stimmung in der seiner oberfränkischen Heimat als "ganz gut".

Das liege nach den Worten von Friedrich aber auch daran, dass er in Oberfranken ganz tolle Männer und Frauen habe, die aus ihrer Substanz etwas machen: Unternehmer, Arbeitnehmer, junge Leute und Ehrenamtler. Hans-Peter Friedrich: "Und ich bin sehr stolz auf unsere CSU in Oberfranken, die gut aufgestellt ist und noch viele Jahrzehnte die Christlich Soziale Union und das Leben der Menschen hier prägen wird."

Mit Blick auf die beiden Direktkandidaten für den Bundes- und Landtag stellte Hans-Peter Friedrich fest: "Sie haben es heute ganz deutlich gemerkt, die Emmi und der Martin sind Zwei, die ganz deutlich bei den Menschen sind. Das sind Zwei, die aus unserer Bevölkerung heraus kommen." Die gute Stimmung werde sich auch auf die Wahlen zum Bezirkstag übertragen und auch auf der Liste werde es nach den Worten des Bezirksvorsitzenden eine gute Ernte für die oberfränkische CSU bringen: "Wir haben gut gearbeitet in Oberfranken, in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Die Menschen spüren das auch, dass die Christlich Soziale Union diesen Bezirk gestaltet, dass wir versuchen, aus dem, was wir hier an Potential haben, auch etwas zu machen."

Friedrich ließ keinen Zweifel daran, dass die Stimmung im Lande gut ist: "Weil die Leute schon das Gefühl haben, eigentlich ist es toll, denn 2005 waren wir noch der kranke Mann Europas. Deutschland hatte damals in Europa die rote Laterne und jeder hat gesagt, was ist mit den Deutschen los." 2005 hat Angela Merkel die Regierung übernommen und ein Land mit 5 Millionen Arbeitslosen. "Heute sind wir die Insel der Konjunktur in Europa in einem Meer der Rezession. Wir sind das Zugpferd in Europa momentan, konjunkturell, wirtschaftlich, wettbewerbsfähig und das spüren die Menschen. Und wenn man die Region noch etwas kleiner fasst, dann sehen die Menschen, dass Bayern in dem erfolgreichen Land nochmal die erfolgreiche Spitze ist." Aus dem Grund werde es ihm auch nicht Angst um die Landtagswahl. Wichtig sei vor allem, dass die Menschen zur Wahl gebracht werden und Friedrich warnte aber auch vor Selbstzufriedenheit.


Die Bundesebene steht weit weniger rosig da

Auf Bundesebene finde man allerdings eine völlig andere Situation vor: "Da sind die Verhältnisse leider nicht so eindeutig, wie viele Leute glauben. Als ich in den letzten Tagen in Hessen und Berlin unterwegs war und die Stimmung überall gut war, da hatte ich den Eindruck, dass die Bürgerinnen und Bürger noch nicht wissen, dass in Berlin ein teuflischer Plan der SPD-Linken vorbereitet wird, über den die auch ganz unverhohlen reden und den die Journalisten in Berlin uns hinter vorgehaltener Hand auch erzählen. Rot-Grün ist entschlossen, wenn es am 22. September, 18.00 Uhr für Schwarz-Gelb nicht reicht, eine Minderheitsregierung in Berlin einzugehen und sie von den Linken dulden zu lassen. Das würde bedeuten, dass Angela Merkel in Rente geschickt würde und wir ein Jahr lang eine Rot-Grüne Minderheitsregierung, geduldet von einer Linken haben werden, um dann nächstes Jahr wieder Neuwahlen zu vollziehen."

Und genau dieses Szenario, das Friedrich schilderte, habe Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen vorgemacht. Die derzeitigen Umfragen sehen ein Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün vor und am 22. September gehe es nach den Worten von Innenminister Hans-Peter Friedrich vielleicht um einen Sitz in Berlin oder wer dieses Land in der Zukunft gestalten und wer die Geschicke Deutschlands und Europas leiten wird. Hans-Peter Friedrich: "Aufgrund dieser Situation werden wir mit voller Kraft in die letzten 36 Tage gehen, ansonsten geht es mit unserem Land, der guten Stimmung und der Konjunktur sowie der Wettbewerbsfähigkeit dahin."