Als Michael eingeschult wurde, da hockte er fast während des gesamten Unterrichts unter seiner Bank. Trotzig, bockig, ängstlich, mit Lust zu gar nichts. Die Fähigkeit, sich zu artikulieren, war massiv unterentwickelt, seine Schrift so ungelenk wie seine Körper beherrschung. Kann so ein Kind gemeinsam in eine Klasse mit "Normal begabten" gehen? Unmöglich - oder? Ein Wort, das es für Tina Weigel und ihr Lehrerteam der privaten Montessori-Schule in Bayreuth nicht gibt. Stattdessen setzen sie und ihr 25-köpfiges Kollegium auf das Prinzip der Inklusion, was so viel meint wie: Wertschätzung der Heterogenität. "Wir lassen hier die Vielfalt der Individuen zu", sagt Tina Weigel. Ihr Credo: "Jeder kann eine bestimmte Sache richtig gut, dafür ist er in anderen Belangen schlechter." Aber deswegen nicht weniger wertvoll für eine Gemeinschaft, gerade eine von Schülern.

Die große Reportage lesen Sie in der Bayerischen Rundschau.