Ramona Löffler ist eine eifrige Blutspenderin. Die 28-Jährige gehört zu den vielen Kulmbachern, die gestern ins Rathaus kamen, um sich bei einem Sondertermin des BRK-Blutspendedienstes Blut abzapfen zu lassen. Sie verzieht beim Einstich keine Miene, drückt in rhythmischen Abständen den roten Ball in ihrer Hand. "Der reguliert die Fließgeschwindigkeit", erklärt sie. Schon zum 26. Mal gibt sie eine Blutspende. "Ich bin kurz von der Arbeit weg. Mir ist das wichtig, weil ich damit etwas Gutes tun kann", sagt die Versicherungskauffrau.
Nach nur zehn Minuten ist alles vorbei. Damit liegt Ramona Löffler gut in der Zeit. Eine Blutspende dauert zwischen vier und 14 Minuten. Nicht länger. Dann sind 480 Milliliter im Beutel, werden ins Auto verfrachtet und nach Wiesentheid gebracht, wo das Blut aufbereitet wird.

Den ganzen Tag hat die Spenderin schon etwas mehr Flüssigkeit getrunken. Und hinterher gönnt sie sich einen Kaffee. Für den Kreislauf. "Es gab noch nie Komplikationen, nur einmal hatte ich einen blauen Fleck."

Auffallend viele junge Spenden


Auffallend viele junge Leute geben sich beim Sondertermin im Rathaus die Klinke in die Hand, aber auch ältere lassen sich ins Rathaus locken. "Ein Spender war sogar schon 73, aber den mussten wir wieder nach Hause schicken", erzählt der Arzt Artur Schlegel, der alle Patienten untersucht. Denn die Höchstgrenze liegt bei 68 Jahren. Außerdem müssen die Spender gesund sein.

Dieter Popp, Gebietsreferent des BRK-Blutspendeteams, freut sich über jeden Spender. Blutgruppe 0 negativ ist besonders begehrt. "Die haben aber nur zehn Prozent der Menschen, und natürlich auch dementsprechend wenige Blutspender", so der Experte. Jeden Tag werden allein in Bayern 1150 Liter Blut benötigt, das entspricht 2300 Konserven. Das meiste wird für Krebstherapie verwendet. Und man braucht ständig frischen Nachschub, denn Blut ist nicht unbegrenzt haltbar. Der rote Anteil des Blutes lässt sich bei optimaler Lagerung 42 Tage verwenden, das Plasma ist gefroren zwei Jahre haltbar.