Die Zeiten sind schwierig, das Leben ist ernst. Krieg und Bürgerkrieg, die weit weg schienen, sind es nicht. Staatliche Ordnungen lösen sich auf. Wir erleben eine Völkerwanderung ungekannten Ausmaßes. Selbst das gemeinsame Europa bröckelt und bröselt. Fraglich, ob Angela Merkel die Krise überlebt, oder ob die ewige Kanzlerin stürzt?

Wir merken, wie gut es uns in all den Jahren vorher gegangen ist. Ja, damals - wir hätten Lust und Zeit, uns über Nebensächlichkeiten zu unterhalten. Über eine RTL-Kultsendung etwa, die zwar keiner anschaut, die aber zurzeit läuft. Leider kann man sich die Namen dieser C-Promis im "Dschungelcamp" nicht merken. Trotzdem schön, wie die Stars im Schleimkanal planschen, während wir im gut geheizten Wohnzimmer Salzstangen knabbern.

Und natürlich das Wetter. So lange hat sich der Winter Zeit gelassen, doch wir haben's gewusst, dass er noch kommt. Mit herrlich gepuderten Landschaften - und mit Rekordtemperaturen am Freitag: minus 19 Grad.

Hut ab vor denen, die früh raus und ihren frostigen Job machen müssen. Vor allem die Männer von der Müllabfuhr, die stundenlang bei Kälte und Nässe schuften und den Abfall wegschaffen. Oder die Postboten, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zuverlässig Briefe und Päckchen zum Empfänger bringen. Oder die tapferen Marktfrauen und -männer, die sich auf dem Kulmbacher Wochenmarkt vor Erfrierungen schützen müssen.