Vor dem Amtsgericht wurde das Verfahren gegen einen 49-jährigen Mann aus Kulmbach wegen Betrugs und Unterschlagung trotzdem vorläufig eingestellt.

So ganz ließ sich die Sache einfach nicht mehr klären. Der Angeklagte räumte ein, dass er keine Sachkundeprüfung abgelegt habe, was für einen anerkannten Hundetrainer eigentlich Pflicht wäre. "Ich habe seit über 30 Jahren mit Hunden zu tun, wer, wenn nicht ich, wüsste besser, wie man Hunde therapiert", rechtfertigte sich der Mann. Dazu kommt, dass er für seine Tätigkeit eigentlich nichts verlangt.

Vor Gericht trat der Mann recht ungehalten auf. "Jetzt reicht es mir", rief er und berichtete erst einmal von insgesamt 13 Welpen, die er bereits therapiert, von mehreren Hunden, die er geheilt habe und davon, dass er immer wieder auch Hunde vermittelt habe. Sogar einen eigenen Raum habe er in seinem Haus eigens nur für Hund ausgebaut und hergerichtet.

Auch die drei Hunde aus der Anklage, die angeblich aus einer Tierrettungsaktion stammten, hätte er resozialisieren sollen, wie er es nannte. Es sei sogar ausgemacht gewesen, dass er die Hunde vermittle und den Erlös zu seinen Zwecken verwende. Zwei bis drei Wochen sollen die Hunde beim Angeklagten gewesen sein, zwei bis drei Wochen habe er sie versorgt, ehe sie ausgebüxt seien.

Deshalb habe er sich auch ein Nachtsichtgerät von dem Geld gekauft, um weggelaufene Hunde, die nachts in den Wäldern umherstreifen, wieder einfangen zu können. Außerdem will er keine Bankverbindung von der Frau gehabt haben, von der er die Hunde ausgehändigt bekam. Also legte er kurzerhand im Gerichtssaal das Geld auf den Tisch, um es später allerdings wieder einzustecken, denn die Frau von der Tierrettungsorganisation war gar nicht als Zeugin geladen.

Weil sich die Sache nicht mehr im Detail klären ließ, und wenn, dann nur mit riesigem Aufwand, und weil der Angeklagte für seine Tätigkeit als Tiertrainer ohnehin kein Honorar verlangt hatte und man auch von Seiten des Tierheims keinen Sachkundenachweis des Mannes verlangt hatte, stellte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft das Verfahren kurzerhand ein. Allerdings muss der mehrfach vorbestrafte Angeklagte 60 Stunden unentgeltliche Arbeit nach Weisung des Vereins "Die Fähre" leisten.