"Das Gespräch war lang, es gab einige diskussionswürdige Punkte - es verlief aber gut und am Ende einvernehmlich." So lautet Manfred Amschlers Fazit nach dem Treffen des Sachgebietsleiters Verkehrswesen im Landratsamt mit Vertretern fast aller Kulmbacher Taxiunternehmen am gestrigen Freitagvormittag.

Umsetzung voraussichtlich zum 1. Mai

Das heißt: Kulmbachs Taxifahrer bekommen eine neue Tarifordnung, die vermutlich zum 1. Mai in Kraft tritt. Kernpunkt darin sind erhöhte Gebühren, die das Landratsamt für das Transportgewerbe festsetzt. Dafür hatten sich die Fahrer nach der Einführung des Mindestlohns stark gemacht, um gestiegene Kosten auszugleichen.
Wie Amtsjuristin Kathrin Limmer erläuterte, müssen jetzt noch diverse andere Gremien informiert werden und zustimmen. Dazu gehören das Eichamt, das die Taxameter und Zeiten neu zu berechnen hat, ferner das Gewerbeamt, die IHK sowie die Kommunen, in denen die Taxiunternehmen ihren jeweiligen Betriebssitz haben. Ob damit der angekündigte Streik der Fahrer abgewendet ist? Laut Manfred Amschler war davon in dem gestrigen Gespräch keine Rede.
Einer der beteiligten Taxi unternehmer, der ungenannt bleiben will, sprach gegenüber der BR dem Landratsamt ein Lob aus "für das konstruktive Treffen". Es seien zwar nicht alle Wünsche erfüllt worden, aber mit dem Abschluss könnten die Taxler leben. "Wir hatten zwar gehofft, dass die erhöhten Gebühren schon zum März oder April beschlossen werden könnten, aber diese Kröte müssen wir halt schlucken und bis Mai noch über die Runde kommen."
Das Landratsamt habe sich, so der Unternehmer, auf eine Erhöhung von rund 20 Prozent eingelassen. Die neue Regelung sehe demnach folgendes vor: Satt bisher drei werden jetzt vier Euro als Grundpreis vor dem Fahrtantritt veranschlagt. Für den ersten bis zum dritten Kilometer werden zwei Euro pro Kilometer berechnet, für jeden weiteren 1,90 Euro. Ganz neu sind ein Nachtzuschlag von einem Euro pro Fahrt; dieser werde gewährt für Personentransporte in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr. Ebenfalls neu einkalkulieren dürfen die Taxifahrer einen so genannten Festzuschlag von einem Euro pro Fahrt - und zwar in den Tagen im Jahr, wenn das Bierfest und das Altstadtfest stattfinden.
Der angekündigte Streik sei vom Tisch, so der Insider. "Wir wollten nicht, dass die Bürger die Leidtragenden sind."