Der Erfolg der ersten Aufführung von "Die drei Eisheiligen und die kalte Sophie" am vergangenen Freitag ist eine Steilvorlage für die zweite Premiere, die am Freitag um 20.30 Uhr mit der Komödie "Don Camillo und seine Herde" auf der Naturbühne Trebgast stattfindet. Der Autor Giovannino Guareschi höchstpersönlich stellt sein Werk vor, das von den weltberühmten Melodien Verdis umrahmt wird.

Die Fortsetzung von "Don Camillo und Peppone", dem amüsanten Scharmützel zwischen dem kampfeslustigen Landpfarrer Don Camillo und dem heißblütigen "roten" Bürgermeister Peppone, das 2001 auf dem Wehlitzer gespielt wurde, verspricht umwerfenden Humor und versöhnliche Menschlichkeit. "Es wird kein Schenkelklopfer. Aber es ist ein amüsantes Stück mit nachdenklichen Momenten, das hintergründiges Schmunzeln vermittelt", beschreibt Regisseur Hermann J. Vief die Philosophie dieser Inszenierung. "Die Leute sollen nicht vor Lachen brüllen, sondern in sich hineinlachen."

"Die Besetzung, die wir vorgefunden haben, ist zweifelsohne gelungen", ist Regisseurin Marion Beyer höchst zufrieden, "auch die Neueinsteiger haben sich gut eingefügt." Alle ziehen an einem Strang, auch diejenigen unter den 28 Mitwirkenden, die im gesamten Spiel nur einen Satz zu sprechen haben, aber immer wieder auf der Bühne präsent sein müssen. Diesen Spielern Begeisterungsfähigkeit und Lust am Spiel zu vermitteln, Ihnen klarzumachen, dass auch ihre Rolle wichtig ist, war eine der Herausforderungen für die Regie. "Sie werden genauso behandelt wie die anderen. Auf ihre Präsenz wird viel Wert gelegt", unterstreicht Beyer die Bedeutung jedes Einzelnen.


Erfahrenes Regie-Duo

Die beiden Regisseure, 2014 zum ersten Mal in Trebgast tätig, sind Perfektionisten. Sie feilen an den allerletzten Details. Das ist wörtlich gemeint und kommt auch bei den - der 50er-Jahre entsprechend - realistischen und naturgetreuen Kostümen und dem fantasievoll gestalteten Bühnenbild zum Ausdruck. Ein Hingucker mit Sicherheit die Ape, ein italienischer Dreirad-Kleintransporter, der die Care-Pakete der Amerikaner in das Not leidende italienische Dorf bringt.

Freilich stehen die beiden Hauptakteure im Mittelpunkt. Mit einem Gefühlsspektrum, wie es nicht größer geht: Von kernig und hitzköpfig, bis zu "es tut mir leid". Selten einer Meinung, aber dennoch seelenverwandt, lassen die alten Rivalen in ihren Auseinandersetzungen zwar manchmal sogar die Fäuste sprechen, aber augenzwinkernd bleiben sie ansonsten faire Gegner, die beide das Herz auf dem richtigen Fleck haben.

Mit ihrem täglichen Kleinkrieg bestimmen sie das Geschehen. Da ist auf der einen Seite der kampfeslustige Don Camillo, der seinem "Herrn" in intimer Rede verbunden ist. Peppone muss den Spagat zwischen dem etwas einfältigen, draufgängerischen Revoluzzer und dem insgeheim mitfühlenden Kumpeltyp meistern. Dabei ist ihm seine Frau Ariana eine große Hilfe. Sie weiß, wie man die beiden Hitzköpfe mit weiblicher List meistens ausbremsen kann.

Die Stimmung ist aufgeheizt so kurz vor der Wahl im kleinen Dorf Brescello in der italienischen Po-Ebene. Der Landpfarrer predigt Parteipolitik von der Kanzel. Peppone schäumt vor Wut und ruft zum religiösen Streik. Als Absolution für seine Sünden bekommt er 15 000 Vaterunser aufgebrummt. Das Klima zwischen beiden ist vergiftet. Junge Liebende aus feindlichen Lagern, fehlgeleitetes Briefpapier der kommunistischen Partei, ein vergoldeter Erzengel auf der Kirchturmspitze, verschärfen die Situation.

Mit der Generalprobe am Donnerstag ist die Zeit für die Regisseure gekommen, loszulassen, die Verantwortung für jede einzelne Rolle und den Premierenabend mehr und mehr an die Darsteller abzugeben. Sie haben alle Voraussetzungen dafür getroffen. Die Inszenierung, die Leidenschaft und der Teamgeist dieser Truppe garantieren einen humorvollen, spannenden und berührenden Abend mit viel Charme und Witz. Und einem musikalischen Abschluss, der den Besuchern in bester Erinnerung bleiben wird.