Die Frist läuft eigentlich noch bis Freitag. Doch Heinz Wanderer hat sich schon entschieden: Der Vergleichsvorschlag des Landgerichts Bayreuth kommt für ihn nicht in Frage. "Unter keinen Umstände" könne er dem Angebot zustimmen, erklärte er auf Anfrage von infranken.de.

Seit dem Jahr 2007 liegt Heinz Wanderer mit der Gemeinde wegen der Überschwemmung seines Anwesens im Neuenmarkter Ortsteil Hegnabrunn im Clinch. Auch im vergangenen Jahr war sein Firmengebäude vom Hochwasser betroffen.

Schon 2009 verhandelt

Wegen der Fluten im Jahr 2007 gab es schon einmal eine Verhandlung vor dem Landgericht Bayreuth. Damals - im September 2009 - wurde die Klage von Wanderer abgewiesen. Der Geschäftsmann ging in die Revision - mit Erfolg. Das Oberlandesgericht Bamberg hob das Bayreuther Urteil auf und verwies den Fall an das Landgericht zurück. Dort schlug Richter Peter Tettmann im Januar dieses Jahres einen Vergleich vor. Ohne Erfolg.

Höhere Summe gefordert

"Wir haben dem Vergleich so nicht zugestimmt und eine höhere Summe gefordert", erklärte Wanderer. Und zwar "weit über dem, was der Richter vorgeschlagen hat".

Jetzt ist er gespannt, was das Gericht dazu sagen wird. Am Montag soll darüber beraten werden. "Das Ergebnis will ich jetzt abwarten. Dann geht es richtig los", sagt er. Klein beigeben kommt für ihn also nicht in Frage. Denn neue Argumente seien hinzugekommen, die Angelegenheit sei viel weitreichender geworden.
Wanderer wirft der Gemeinde Versäumnisse bei der Ertüchtigung des Kanalnetzes vor.

Am 11. März ist Verhandlung

"Nachdem die Gegenseite den gerichtlichen Gütevorschlag abgelehnt und mehr gefordert hat, wird wohl am 11. März das Gericht entscheiden müssen", kommentierte Bürgermeister Siegfried Decker (Neuenmarkter Gemeinschaft) die Entscheidung Wanderers.

Ob es seitens der Kommune zu einer Einigung gekommen wäre, kann er noch nicht sagen. "Aber nachdem Wanderer den Vergleich abgelehnt hat und mehr fordert, sieht auch der gemeindliche Haftpflichtversicherer keine Chance auf eine gütliche Einigung."

Wie letztlich die Erfolgsaussichten bei der Verhandlung im März sind, könne er nicht einschätzen. "Nachdem die Gemeinde den Fortgang des Verfahrens nicht beeinflussen kann, warten wir das Urteil ab und nehmen es, wie es kommt", sagt Bürgermeister Siegfried Decker und bleibt damit ganz pragmatisch.