Über den Bau der Melkendorfer Umgehung wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert und berichtet. Wo sich die Staatsstraße 2190 künftig befindet, wurde oft auf Plänen gezeigt - vorstellen konnten sich den exakten Verlauf aber wohl die wenigsten.


Oberboden wurde abgetragen

Seit wenigen Tagen kann man sich auf der Großbaustelle einen ersten realen Eindruck verschaffen. Wer den Kulmbacher Ortsteil passiert, sieht eine 30 Meter breite Schneise, die zwischen Melkendorf, Oberkodach und der Zettlitzer Straße entstanden ist. Die Firma Vogtländische Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau GmbH aus dem sächsischen Rodewitz (VSTR) hat dort mit den Erdarbeiten begonnen, den Oberboden auf einer Teilstrecke abgetragen, wie Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt Bayreuth mitteilt.
Wer aufgrund der Größe der bearbeiteten Fläche den Eindruck gewinnt, die Umgehung würde autobahngleich um Melkendorf herumführen, den beruhigt Siegfried Beck. Die Umgehungsstraße selbst habe bei weitem nicht diese Dimension, so der Sprecher des Bauamts.


So werden es 30 Meter

Wie Sachgebietsleiter Jan Oertel mitteilt, wird die Fahrbahn 7,50 Meter breit, einschließlich Bankett, Straßengraben und Böschung die Umgehung sind es rund zwölf Meter. An der Stelle, an der auf einer Breite von 30 Metern der Erdboden abgetragen worden ist, seien etwa 15 Meter für ein Regenrückhaltebecken bestimmt, auf der restliche Fläche entstehe ein parallel zur Staatsstraße verlaufender öffentlicher Feld- und Waldweg. So komme man auf die 30 Meter.


Umfahrung ist 2200 Meter lang

Das Gesamtprojekt "Umgehung Melkendorf", das 2014 begonnen wurde, verschlingt einschließlich des bereits erfolgten Baus der neuen Rotmainbrücke rund elf Millionen Euro. Die jetzige Straßenbau-Maßnahme kostet 6,4 Millionen Euro. Darin enthalten sind nicht nur der Bau der 2200 Meter langen Umfahrung. Die Firma VSTR, die den Auftrag erhalten hat, errichtet auch 800 Meter neue Gemeindeverbindungsstraßen, einen Kreisverkehr sowie je zwei Brückenbauwerke und Regenrückhaltebecken zur Behandlung des Straßenwassers.

Derzeit wird zwischen Kulmbach und Melkendorf die jetzige Staatsstraße provisorisch verlegt - für den Bau einer Brücke über die neue Staatsstraße, wie Sachgebietsleiter Jan Oertel mitteilt. Das Provisorium soll dann mit zwei Fahrstreifen durchgängig befahrbar sein. Im Bau befindet sich auch die neue Gemeindeverbindungsstraße, die Ober- und Unterkodach anbinden wird. "Wir hoffen, dass die Straße 2017 fertiggestellt werden kann. Das hängt aber von der Witterung ab", so Oertel.