Ein Kreuzla auf dem Wahlzettel - neben meinem Namen." Nur darum bittet Günther Stenglein die Willmersreuther in seiner Wahlversammlung. Aber natürlich weiß er, dass dafür Überzeugungsarbeit nötig ist. Und die leistet er an diesem Abend mit Nachdruck.

Der 57-Jährige kann mit seiner Erfahrung im Berufsleben einen ersten Trumpf ausspielen: "Betriebswirt, Kreishandwerksmeister, Sachverständiger." Er verweist auf seine vielen Jahre als Geschäftsführer, den Familienbetrieb leite er erfolgreich in der achten Generation. "Und die neunte Generation sitzt schon da", sagt er und blickt zu seinem Sohn Andreas, der seine Nachfolge in der Firma antreten wird.


So kam er zur Politik

Stenglein erklärt den 60 Besuchern im Saal des Gasthauses "Zur Linde", wie er überhaupt zur Politik gekommen ist. "Durch die Vereine und Verbände, durchs Ehrenamt", sagt er und zählt die verschiedensten Positionen auf, in denen er schon Verantwortung übernommen hat.

Und Verantwortung will er auch als Bürgermeister übernehmen - für die 6458 Einwohner in den 42 Ortsteilen des Marktes und für die 75 Mitarbeiter in Verwaltung, Bauhof, Kindertagesstätten. Er treffe seine "Entscheidungen mit Herz und Verstand", so wie im Beruf, versichert er und nennt gleich ein Beispiel dafür: So sei eine höhere Wassertemperatur im Fritz-Hornschuch-Bad zwar wünschenswert, aber wirtschaftlich nicht zu vertreten. Deshalb habe man diese Sache wieder verworfen. "Es macht Freude, eine Idee zu entwickeln. Aber wenn etwas nicht klappt, geht die Welt nicht unter."

Im Hauptort Mainleus sieht der Kandidat der Freien Wähler viel Potenzial in den Firmen, die teilweise weltweit agierten. Dazu kämen die Dienstleister. Und alle zusammen würden dafür sorgen, dass Mainleus lebens- und liebenswert für alle Generationen bleibe.

Dass ihm Gemeinsamkeit am Herzen liegt, verdeutlicht Stenglein am geplanten Baugebiet in Willmersreuth, das überarbeitet werde, um den Wünschen der Grundstücksbesitzer gerecht zu werden. "Die Menschen sind wichtig, für die machen wir das schließlich."

Mit Blick auf die ältere Generation spricht sich Stenglein dafür aus, bei Neubauten gleich ein Augenmerk auf die Barrierefreiheit zu legen. Bedarf sieht er auch für den Bau eines Seniorenheims beim Siedlerheim in Mainleus. Das sei der ideale Standort, Alternativen (Nähe Lidl) erteilte er eine Absage. Zwischen Bahntrasse und Straße sei nicht der richtige Platz für Senioren, auf dem ehemaligen Spinnereigelände dauere eine Umsetzung zu lange.

Stichwort Spinnerei: Stenglein gab bekannt, dass es seit dieser Woche einen Projektentwicklungsausschuss gibt, um das Areal zu erwerben und es im Ganzen beplanen zu können. "Idee, Weg und Ziel sind klar. Es macht Freude, etwas voran zu bringen", stellte er abschließend fest. Auch an einer Radwegverbindung im Zentbachtal werde gearbeitet.

Stenglein erhält in der Versammlung prominente Unterstützung: Der Bezirksehrenvorsitzende der Freien Wähler, Klaus Förster aus Thurnau, berichtet über seine Arbeit mit Günther Stenglein im Kreistag: "Es ist toll, welches Wissen er hat." Stenglein kenne sich auf Kreis- und Gemeindeebene bestens aus.

Ähnlich sah es stellvertretender Landrat Dieter Schaar: "Günther Stenglein ist engagiert und kreativ. Einer, der überlegt an eine Sache herangeht, der ausgleichend wirkt und menschlich überzeugend ist." Sprich: "Er ist die Idealbesetzung für das Amt des Bürgermeisters."

Unter den Besuchern waren auch Bürgermeister Dieter Adam (ebenfalls Freie Wähler) und WGK-Stadtrat Rainer Ludwig aus Kulmbach.