Sie bedienen keine Klischees, sind außergewöhnlich, fantasiereich, bodenständig und weltoffen. Ihnen gelingt der Spagat zwischen klassischer Intimität und bayerischem Feeling großartig, die Feuerwache als Kleinkunstbühne war dafür ein geeigneter Ort. Was "Gruber + Gruber", die einfühlsamen, melancholischen und auch feurigen Altbayern auf Hackbrett, Gitarre, Akkordeon und diatonischer Knopfharmonika am Freitagabend in der Alten Feuerwache zauberten, beeindruckte die Zuhöre. Nicht umsonst sind sie Kulturpreisträger von Eon Bayern. Das Unternehmen brachte die Zwillinge im Rahmen seiner Aktion "Kulturbühne" nach Oberfranken.

Die Interpreten bevorzugen die leisen Töne und präsentieren ihre Kunst mit balladenhafter Leichtigkeit. Man lauscht ergriffen den Tonmodulationen, dem unglaublichen Tanz der kleinen Schlägel auf dem Hackbrett. Die beiden Künstler verständigen sich durch Blicke, Gesten, ihre Flamencos, Tangos, vermengt mit Alpenfolklore, machen süchtig. Stubn-Musi heraus, ein bisschen Schuhplatteln und mediterranes "Dolce far niente" - alles in einem.

Die Welttroubadoure entführen in andere Regionen, machen die Regentropfen-Ballade zu einem Kunstwerk, wo der Schmetterling mit leisem Flügelschlag ins Sonnenlicht flattert. Oder schaffen Pariser Atmosphäre mit einem Musette-Walzer. Danach der Sprung ins 19. Jahrhundert mit einem Orchesterstück mit Operncharakter. "Gruber + Gruber" verflechten Hackbrett und Gitarre zu Harmonie pur. Nahezu alles entspringt ihrer eigenen Feder.

Im Finale, in einem Tango von Astor Piazzolla, wird nochmals die Qualität der beiden Virtuosen deutlich, sehnsuchtsvoll formt sich die Melodie. Das Publikum will mit dem Beifall nicht aufhören und bedankt sich für einen mitreißenden Abend.