Gerade mal eine knappe halbe Stunde dauerte die öffentliche Sitzung des Marktgemeinderats am Donnerstagabend. Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW) begründete die "dünne" Tagesordnung etwas scherzhaft mit der augenblicklichen Fastenzeit. In der nicht öffentlichen Sitzung musste das Gremium dem Vernehmen nach weitaus mehr Zeit für Entscheidungen aufbringen. Einziger Tagesordnungspunkt, der wirklich eine Beratung erforderte, war der Antrag der CSU-Fraktion zum Bau eines Beachvolleyballfeldes und einer Wasserrutsche in der Bade- und Freizeitanlage Goldbergsee. Vom Grundsatz her signalisierten Freie Wähler und SPD ihre Zustimmung.

"Unsere Badeanlage Goldbergsee gehört zu einem der schönsten Naturbäder in der Region. Allerdings befinden sich in der Umgebung weitere Freibäder und Naturbäder, die in den letzten Jahren mit zum Teil erheblichen Investitionen attraktiviert wurden", stellte Marc Benker zu Beginn seiner Begründung des Antrags fest. Der CSU-Fraktionssprecher machte deutlich, dass in der heutigen Zeit eine Beachvolleyballanlage in nahezu jedem Freibad eine Selbstverständlichkeit ist: "Wir möchten deshalb die Überlegungen, die der Ortsverband der Jungen Union bereits vor rund 15 Jahren angestellt hat, nochmals aufgreifen. Scheiterte das Vorhaben damals an einer geeigneten Örtlichkeit im Bereich der Liegewiesen beziehungsweise Zeltplatzbereiche, so können wir uns ein solches Feld inzwischen im ungenutzten Bereich unterhalb des Jugendzeltplatzes vorstellen."

Der ehemals dort entlang führende Weg wird nach Darstellung der CSU-Gemeindefraktion heute nicht mehr genutzt und ist auch nicht mehr befahrbar. Im Übrigen sei bei einer Begehung mit den Referenten des Goldbergsees die Anlage eines Erschließungsweges im vergangenen Jahr verneint worden.

20 mal 25 Meter

Die benötigte Fläche beläuft sich auf 25 mal 20 Meter. Benker: "Durch die jüngsten Baumpflegemaßnahmen ist dort eine Fläche entstanden, die für ein solches Vorhaben nutzbar wäre. Durch Erdbewegungsarbeiten könnte an der besagten Stelle genügend Platz geschaffen werden, und eine weitere Entnahme von Bäumen und Sträuchern wäre nur in geringerem Umfang notwendig." Die Investitionskosten für diese Maßnahme werden laut Benker auf 15 000 bis 20 000 Euro geschätzt.

Durch die zusätzliche Errichtung einer Wasserrutsche im Jahr 2016 könnte nach der Vorstellung der CSU-Fraktion der Freizeitwert des Goldbergsees als Badeanlage ebenfalls erhöht werden: "Dass die Entstehung eines solchen technischen Bauwerks keinen Widerspruch zur herrlichen Naturlandschaft darstellen muss, hat der Umbau des alten Nichtschwimmerbeckens zur heutigen Lösung aus Edelstahl mitsamt des Betriebsgebäudes gezeigt."

"Dringend geboten"

Eine Steigerung des Freizeitwertes am Goldbergsee ist nach Einschätzung der CSU-Fraktion dringend geboten, da im Zuge der Landesgartenschau 2016 in Bayreuth eine große Frei- und Wasserfläche entsteht, die ab 2017 als Naherholungsgebiet und Badesee genutzt werden soll. Benker dazu: "Der Goldbergsee ist bei den Studenten aus der Stadt Bayreuth bislang immer eine gern genutzte Örtlichkeit für Entspannung und Sport gewesen. Diese Stellung gilt es gegenüber den neu entstehenden Herausforderungen zu bewahren. Auch die Ertüchtigungsmaßnahmen anderer Kommunen in unserem Umkreis in deren Freibädern sollten uns veranlassen, eigene Überlegungen für unseren Goldbergsee anzustellen und umzusetzen."

Bürgermeister Hans Tischhöfer schlug vor, die Örtlichkeit mit dem Bauausschuss und den Goldbergreferenten in Augenschein zu nehmen und von einem Ingenieurbüro eine Geländeaufnahme anfertigen zu lassen. So könne man sehen, wie sich das gewünschte Beachvolleyballfeld verwirklichen lasse.

Ottmar Popp (FW) sah eine Steigerung der Attraktivität, die seine Fraktion unterstützen werde. Ob das allerdings so auf die Schnelle gehe, wie es sich die CSU wünsche, da habe er seine Bedenken. Auch Popp forderte eine Geländeaufnahme und eine Kostenschätzung: "Wir müssen dann sehen, ob das machbar ist. Wenn ja, werden wir uns dem nicht verschließen."

Marie-Luise Kollerer signalisierte für die SPD ebenfalls Unterstützung. Kurzfristig werde aber das Beachvolleyballfeld nicht zu schaffen sein. Erst müssten nach ihrer Meinung die Platzfrage, die Machbarkeit und die Kosten geklärt sein. Ähnlich verhalte es sich bei der angedachten Wasserrutsche.

Marc Benker freute sich über die grundsätzliche Zustimmung der anderen Fraktionen und hieß den Vorschlag des Bürgermeisters für gut, zunächst das Ingenieurbüro mit Geländeaufnahmen und Kostenschätzung zu beauftragen. Benker kann sich auch vorstellen, dass Eigenleistungen eingebracht werden.

Unverändert ließ das Gremium die Realsteuerhebesätze für 2015. Für den Ausbau der Gemeindebücherei wird wieder ein Betrag von 1500 Euro zur Verfügung gestellt. Die staatliche Förderung, die in gleicher Höhe gewährt wird, soll in Anspruch genommen werden.

Befürwortet wurde das Vorhaben von Herbert Bader aus Ziegenburg, der eine Holzlege bauen will.