Ein Großaufgebot von zirka 200 Feuerwehrleuten, des Rettungsdienstes und der Polizei rückte gestern Nachmittag zum Brand einer ehemaligen Schule in Gößmannsreuth aus. Glücklicherweise wurde durch das Feuer niemand verletzt.

Gegen 15 Uhr brach in einem Klassenzimmer des ehemaligen Schulgebäudes, das derzeit von verschiedenen Musikgruppen für Proben genutzt wird, ein Feuer aus. Anwesende Musiker bemerkten den Brand und schlugen Alarm. Alle Anwesenden konnten rechtzeitig ins Freie flüchten und blieben unverletzt. Mehrere Feuerwehrleute mit Schwerem Atemschutz durchsuchten den 1. Stock des betroffenen Seitenflügels und gaben nach kurzer Zeit Entwarnung: "Niemand drin".

Ein Zimmer brennt völlig aus

Ein größeres Klassenzimmer im oberen Stockwerk des zweigeschossigen Gebäudes brannte vollständig aus. Die Flammen drohten zunächst auch auf das Dach der Schule überzugreifen. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr, die auch mit einer Drehleiter vor Ort war, konnte dies allerdings verhindern.

Die Polizei schätzt den Schaden an dem alten Schulhaus auf rund 30 000 Euro. Welchen Schaden das Feuer und auch das Löschwasser an den zahlreichen Musikinstrumenten und Verstärkeranlagen angerichtet hat, ist nach Angaben der Ermittler derzeit noch nicht zu sagen.

Auch zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Kulmbacher Polizeibeamte und der Kriminaldauerdienst aus Bayreuth haben gestern die Ermittlungen aufgenommen. Heute werden Brandfahnder der Bayreuther Kripo erwartet,m sollen nun klären, wie es zu dem Feuer kommen konnte.

Modelleisenbahner ahnungslos

Neben den nahezu 30 Musikbands, die im alten Schulhaus regelmäßig proben, hat dort auch der Modelleisenbahnclub sein Domizil. Vier Vereinsmitglieder befanden sich gestern Nachmittag ebenfalls in Gößmannsreuth, aber in einem anderen Gebäudetrakt, um die Weihnachtsausstellung in der Stadthalle vorzubereiten. Währenddessen wurden sie durch die Sirenen der Feuerwehren aufgeschreckt. Reinhard Scholz: "Nichtsahnend haben wir die ersten Feuerwehrautos gesehen und dann erst den Rauch bemerkt. Wir sind raus und haben unsere Türen geschlossen, dass es keinen Durchzug gibt, und haben unsere Autos weggebracht."

Kreisbrandrat Stefan Härtlein bestätigte, dass man zunächst von einer verdächtigen Rauchentwicklung ausgegangen war. "Bei der Anfahrt hat dann Stadtbrandmeister Michael Weich auf Gebäudebrand erhöht, weil die Kräfte für die Wasserförderung nicht ausgereicht hätten."

Oberbürgermeister Henry Schramm, der zum Brandort geeilt war, sagte: "Wir haben die Gößmannsreuther Schule einigermaßen hergerichtet, so dass die Musikbands hier ihrem normalen Probenbetrieb nachgehen konnten. Die feiern auch ab und zu, und das sollen sie auch, das ist gewollt, denn sie stören da niemanden. Warum das Feuer ausgebrochen ist, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Für uns ist am wichtigsten, dass keiner mehr im Gebäude war. Alles andere werden wir schon irgendwie regeln können."

Die Feuerwehren aus Kulmbach, aus den Gemeindebereichen Kasendorf, Thurnau, Neudrossenfeld und Heinersreuth sowie aus der Stadt Bayreuth waren im Einsatz.

Glutnester unterm Dach

Während der Brandherd innen schon nach knapp einer Stunde gelöscht und unter Kontrolle war, dauerten die Löscharbeiten an den Glutnestern unterm Dach bis in die Abendstunden. Das THW leuchtete die Brandstelle die Nacht über aus, und die Feuerwehr Leuchau übernahm die Brandwache.