Gelassenheit im Straßenverkehr trägt zur Sicherheit bei, meint der bayerische Staatsminister, der seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren Stammgast der Kulmbacher Motorradsternfahrt ist. Von Erlangen aus machte er sich auf den Weg ins Biker-Mekka Kulmbach, erstmals begleitet vom langjährigen Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und der neuen Chefin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Jutta Cordt.
Sicherheit ist das große Thema der Sternfahrt unter dem Motto "Ankommen statt Umkommen". Das Bayerische Innenministerium, die oberfränkische Polizei, der bayerische Fahrlehrerverband und die Kulmbacher Brauerei haben sich zusammengetan, um gemeinsam zu einem möglichst unfallarmen Start in die Saison beizutragen. Unterstützt werden sie von Stadt und Landkreis Kulmbach sowie vom Radiosender Antenne Bayern.


Keine Spaßverderber

Den Spaß am Fahren wollen die Veranstalter den Motorradfans nicht verderben - ganz im Gegenteil. "Wir setzen auf mehr Vernunft der Biker, erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer und nicht zuletzt auch auf bauliche Verbesserungen an den Straßen."

9215 Motorradunfälle gab es 2016 in Bayern, 8117 Motorradfahrer wurden dabei verletzt, 133 sind ums Leben gekommen, bilanziert Herrmann: "Das sind weniger als in früheren Jahren, aber jedes Opfer ist eines zu viel. Deshalb dürfen wir nicht nachlassen in unserem Bemühen, für ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu sorgen."

Dazu könne jeder Motorradfahrer einen Beitrag leisten, indem er sich verantwortungsbewusst verhält und gut vorbereitet in die Saison startet. Wie hält der Minister selbst es damit? Herrmann hat ein Aufwärmtraining für die Fahrt nach Kulmbach hinter sich: "Wenn man mehrere Monate nicht gefahren ist, kann man leicht das Gefühl dafür verlieren, wie die Maschine reagiert." Seine Maschine zu beherrschen, ist ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit, ein zweiter ist eine regelmäßige technische Überprüfung des Bikes: "Vor allem Bremsen, Licht, Reifen und Fahrwerk müssen unbedingt absolut mängelfrei sein." Die richtige Schutzkleidung sorgt für gute Erkennbarkeit und kann Unfallfolgen erheblich verringern, falls doch einmal etwas passiert.

An alle Verkehrsteilnehmer richtet Herrmann den Appell, besonders auf die Motorradfahrer zu achten. Vor allem beim Abbiegen oder Überholen passieren häufig schwere Unfälle. Auf zwei Rädern ist die Verletzungsgefahr besonders hoch, denn die Motorräder haben keine Knautschzone.


Kontrollen sollen Raser bremsen

Da Appelle an die Vernunft allein oft nicht ausreichen, müsse die Polizei die Einhaltung der Verkehrsregeln überwachen: "Sie tut das nicht, um die Verkehrsteilnehmer zu ärgern, sondern um die Straßen für alle sicherer zu machen. Überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor die häufigste Unfallursache.

Neben dem partnerschaftlichen Verhalten auf den Straßen liegt dem Minister aber auch die "gebaute Sicherheit" am Herzen. "Wir rüsten insbesondere gefährliche Kurven auf den beliebten Motorradstrecken mit einem Unterfahrschutz aus." Dieser kann lebensrettend sein, denn er verhindert, dass die Biker bei einem Sturz unter die Leitplanke rutschen und sich so schwer verletzen. "Wir haben inzwischen bereits rund 600 Kurven entsprechend nachgerüstet. In den nächsten Jahren nehmen wir uns bayernweit 250 weitere gefährliche Bereiche vor."
Laut Herrmann sind für die gebaute Verkehrssicherheit in Bayern bis 2020 rund 440 Millionen Euro vorgesehen.

Um den Bikern den Start in eine unfallfreie Saison 2017 zu erleichtern, bot der Landesverband der Fahrlehrer im Rahmen der Sternfahrt an beiden Veranstaltungstagen Warm-up-Trainings auf dem Kulmbacher Freibad-Parkplatz an.