Vom "Grandseigneur" der Neuenmarkter Kommunalpolitik, wie Gemeinderat Karl Pöhlmann den verstorbenen Altbürgermeister Herbert Hörath und Ehrenbürger der Gemeinde Neuenmarkt bezeichnete, nahmen an Allerheiligen die Vertreter der Gemeinde, Landrat Klaus Peter Söllner und örtlichen Vereine sowie einige Weggefährten in einer schlichten Gedenkfeier Abschied.

Für die Gemeinde Neuenmarkt würdigte Gemeinderat Karl Pöhlmann die Verdienste des Altbürgermeisters und Ehrenbürgers: "Wir stehen heute an seinem Grab, um Dank und Anerkennung auszudrücken für das, was Herbert Hörath im Laufe seines langen kommunalpolitischen Lebens für uns in Neuenmarkt geleistet und eingebracht hat."

Pöhlmann rief vor allem die Zusammenlegung der beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Neuenmarkt und Hegnabrunn im Jahr 1971 in Erinnerung: "Ein Schritt, der nicht ohne Schmerzen und Reibungen ablief, aber Fundament war für das, was aus unserer Gemeinde dann später geworden ist. Herbert Hörath hat dann als Bürgermeister dieser Gesamtgemeinde ab 1972 bis 1990 die Geschicke geleitet. Und in diese Zeit wurden Entscheidungen getroffen, wie wir sie heute bloß noch im Nachhinein als richtig und für die Gemeinde als sehr erfolgreich bezeichnen können."

Pöhlmann verwies auf den Bau einer neuen Kläranlage, den Neubau eines Kindergartens und nachdem dann auch schulorganisatorische Maßnahmen anstanden, wurden die Schulverbände für den Grundschul- und Hauptschulbereich gegründet. Pöhlmann: "Die Konsequenz war, dass dann nach einigem Hin und Her und vielen Planungen auch unsere große Verbandsschule draußen an der Wirsberger Straße mit dem Schulverbandsvorsitzenden Herbert Hörath im Hauptschulbereich errichtet werden konnte. Das war ein ganz wichtiger Schritt für uns in Neuenmarkt, weil damit gleichzeitig auch die beiden alten Schulhäuser in denen bis zu diesem Zeitpunkt unterrichtet wurde, frei wurden."

Herbert Hörath hatte zusammen mit der Verwaltung in beengten Räumlichkeiten und mit wenig Personal trotzdem sehr erfolgreich gearbeitet. Gemeinderat Karl Pöhlmann dazu: "Das verdient hohen Respekt. Die Entscheidung, wo künftig das Rathaus eingerichtet wird, fiel mehrheitlich zu Gunsten von Neuenmarkt." In den Folgejahren standen aber mit dem Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfrankens, der Erweiterung des Friedhofes, die Ausstattungen der Feuerwehren und die Entwicklung des Deutschen Dampflokomotiv-Museums wichtige Entscheidungen an, die Herbert Hörath als ehrenamtlicher Bürgermeister mit seiner Verwaltung umsetzte. Gemeinderat Pöhlmann: "Das waren Musterbeispiele, wie Kommunalpolitik gemacht werden kann, von menschlicher Art geprägt, nicht nach den letzten Paragraphen schauend, aber zum Wohl dieser Gemeinde und deren Entwicklung. Unter Herbert Hörath ist unsere Gemeinde Neuenmarkt leistungsfähig, attraktiv und zukunftsorientiert aufgebaut worden. Dafür zollen wir unserem Altbürgermeister und Ehrenbürger Respekt, Anerkennung und hohen Dank." Was die Zusammenarbeit mit Herbert Hörath anging, so war diese nach den Worten von Karl Pöhlmann immer von einer Menschlichkeit geprägt: "Wir waren nicht immer der gleichen Meinung, aber eines war klar: Wir gingen ehrlich miteinander um, wir haben ausgetauscht und wenn dann die Sache entschieden war, war sie entschieden. Und was blieb, war die menschliche Beziehung und dafür von mir rein persönlich auch noch einmal meinen herzlichen Dank."

Landrat Klaus Peter Söllner sagte, dass der gerne zu dieser Feierstunde gekommen sei, um Herbert Hörath Respekt und Anerkennung zu bezeugen, der für die Gemeinde Neuenmarkt Großartiges geleistet hat: "In seiner Amtszeit ist viel geschehen und auch viel auf den Weg gebracht worden, was die Basis für die Entwicklung der Gemeinde Neuenmarkt darstellt. Herbert Hörath hat viele Maßnahmen federführend begleitet und das moderne Neuenmarkt ein Stück weit geprägt." Hörath habe auch über die Grenzen von Neuenmarkt hinaus gewirkt und als entscheidende Schnittmenge mit dem Landkreis bezeichnete Landrat Klaus Peter Söllner den Aufbau des Deutschen Dampflokomotiv-Museums. Hier hat Altbürgermeister Herbert Hörath weittragende Entscheidungen mit getroffen und heute könne man mit Stolz auf das DDM blicken. Auch als Kreisrat habe sich Hörath über eine Wahlperiode eingebracht. Seine Bescheidenheit bezeichnete der Landrat als einen wesentlichen Charakterzug.
Für den CSU-Ortsverband Neuenmarkt-Hegnabrunn nahm stellvertretender Vorsitzender Gernot Kintzel Abschied: "Herbert Hörath hat jahrzehntelang sein Tun und Handeln dem Wohl seiner Gemeinde, aller Mitbürger - ohne Ansehen irgendeiner Parteizugehörigkeit - und aller, die Hilfe brauchten, gewidmet und sich aufopferungsvoll für sie eingesetzt." Den Ortsverband hat Hörath von 1975 bis 1986 als Vorsitzender geführt. Vorsitzender Dieter Eschenbacher würdigte für die Feuerwehr Neuenmarkt die Verdienste des Altbürgermeisters um die Wehr und Elke Körner sprach von einem leidenschaftlichen Sänger, dem die Musik am Herzen lag. Von 1958 bis 1967 war Hörath Vorsitzender des damaligen Gesangvereins Neuenmarkt. Auch der Fußballclub Neuenmarkt würdigte durch Vorsitzenden Dieter Mühlbauer die Arbeit seines Ehrenvorsitzenden: "Wir nehmen Abschied von einem Freund, der immer für den FC da war."

Sohn Wolfgang Hörath dankte auch im Namen seiner beiden Brüder Herbert und Thomas für das Gedenken an seinen Vater, dessen ausdrücklicher Wunsch es war, im engsten Familienkreis beigesetzt zu werden.