Eigentlich sollte schon längst ein Brief an den zuständigen Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, unterwegs nach München sein, doch irgendwie scheint dieser Brief - aus welchen Gründen auch immer - noch nicht bei ihm angekommen zu sein. Gärtnermeister Roland Ramming, der zusammen mit Hans-Peter Wagner Mitglied des Prüfungsausschusses im Garten- und Landschaftsbau in Oberfranken ist, will aber nichts unversucht zu lassen, um auf die Problematik in diesem Ausbildungsberuf aufmerksam zu machen und ließ unserer Zeitung den Wortlaut des Briefes an Minister Brunner zukommen. Konkret geht es um den Wegfall des Ausbildungsberaters für gärtnerische Berufe in Oberfranken, dem Gartenbauzentrum Bayern Nord. Darin sieht Gärtnermeister Roland Ramming eine klare Benachteiligung für die Region Oberfranken, denn der Ausbildungsberuf im Garten- und Landschaftsbau ist weiterhin ein wachsender Zweig.

Wie Gärtnermeister Roland Ramming zu verstehen gab, wird Hermann Foos, der derzeitige Ausbildungsberater in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet: "Die sehr gute Zusammenarbeit über Jahrzehnte mit Herrn Foos war, und ist noch heute geprägt von außergewöhnlich großem Vertrauen. Wir schätzen seine hohe Qualifikation und seine Leistungen. Die Ausbildungsbetriebe und Ausbilder des Garten- und Landschaftsbaus von Oberfranken haben nun in Erfahrung gebracht, dass darüber hinaus die Stelle des Ausbildungsberaters nicht mehr am Standort Oberfranken beziehungsweise in Bamberg erhalten wird. Durch Kompetenz- und Ämterzusammenlegungen wird der Ausbildungsberater in Zukunft in Kitzingen sein. Wir, die Unternehmen und Lehrbetriebe in Garten-und Landschaftsbau, halten dies für eine verfehlte Entscheidung. Ein Wegfall eines Ausbildungsberaters für die gärtnerischen Berufe in Bamberg wäre ein schwerer Rückschritt für die Ausbildungssituation mit den Ausbildungsbetrieben und auch für unsere Jugendlichen. Das Interesse an gärtnerischen Berufen ist in unserer strukturschwachen Region ungebrochen groß."

Lange Tradition des Berufes

Zur Zeit weise man in Oberfranken 63 Ausbildungsbetriebe im Gala-Bau vor. Rund 150 Auszubildende lernen momentan Gärtner oder Gärtnerin und dieser Beruf hat gerade in Bamberg Jahrhunderte lange Tradition und Bestand. Gärtnermeister Roland Ramming weiter: "Natürlich wäre jeglicher Abzug von Kompetenzen der offiziellen, zuständigen Stellen, eine Minderung dieser Wertschöpfung. Wir, die Ausbildungsbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus von Oberfranken, wünschen und benötigen den Erhalt der Stelle des Ausbildungsberaters in Oberfranken am bestehenden Ort. Die Weiterführung ist äußerst wichtig. Eine Abwertung hätte sicherlich weitreichende negative Folgen. Gerade in unserer, wirtschaftlich schwachen Gegend, müssen die wenigen, noch intakten Branchen aufrecht gehalten werden. Nach und nach werden verschiedene Wirtschaftszweige aus dem nördlichen Bayern geschwächt. Dies speziell, wäre ein weiterer, wesentlicher Verlust, der uns in diesem Fall äußerst hart träfe. Die bisherigen Möglichkeiten von regelmäßigen Sitzungen, Fortbildungen und Planungen in Bamberg wären sicher nicht mehr möglich. Die geordnete Durchführungen aller Prüfungen in der momentanen Reibungslosigkeit fraglich. Die sich ergebenden, weiten Anreisewege und längeren Wegezeiten würden von vielen Ausbildern und Jugendlichen in Frage gestellt und teilweise als zu umständlich erachtet."

Es wird nicht zuletzt eine starke Benachteiligung der Betriebe in den Landkreisen Hof, Coburg, Kronach, Wunsiedel, Kulmbach, Bayreuth gesehen und die Folge ist, dass der ohnehin kritische Wirtschaftsstandort Nordbayern erneut benachteiligt werden würde. Die oberfränkischen Betriebsleiter und Mitarbeiter der Ausbildungsbetriebe wollen die Beibehaltung des derzeitigen Zustandes.

Und Gärtnermeister Roland Ramming spricht auch eine Bitte an Minister Brunner aus: "Wir hoffen, dass Sie uns in dieser Sachlage unterstützen und uns eine positive Mitteilung machen können. Über ein persönliches Gespräch und Lösungen wären wir sehr erfreut."

Nachdem der Kabinettsausschuss der Staatsregierung in der kommenden Woche nicht zuletzt wegen der Loewe-Krise in Kronach tagt, verspricht sich Roland Ramming auch eine Sachbehandlung zur künftigen Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau in Oberfranken. Gärtnermeister Roland Ramming: "Wir würden darauf großen Wert legen, denn alle Regionen suchen Azubis und das ist bei uns in Oberfranken ganz besonders ausgeprägt. Nach wie vor suchen Betriebe Auszubildende und wenn natürlich die ganze Situation noch verschlechtert wird, trägt es nicht dazu bei, denn die Konkurrenz zu anderen Berufssparten steigt."