Nur kurz ein bisschen antippen - schon hatte Bürgermeister Andreas Pöhner das erste Fass von der Stadtsteinacher Brauerei Schübel angestochen. Und das Bier floss in Strömen beim Gemeindefeuerwehrtag in Großenhül.

Die Kameraden - an der Spitze die Vorstände Michael Rauterberg, Dieter Backer, Klaus Hösch und Stefan Retsch sowie Kommandant Tobias Horter - verbanden das Fest auch mit der Feier anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Wehr.

Als mit Gülle gelöscht werden musste

Michael Rauterberg erinnerte in seiner Rede an einige Brände, die es in Großenhül in der Vergangenheit zu löschen gab. Dazu zählte auch der Brand, bei dem ein Haus im Winter wegen Wassermangel mit Gülle gelöscht werden musste. "Aber zum Glück gab es am Ende mehr Feiern als Brände. Die Einnahmen daraus fließen zurück in die Ausrüstung und auch in Projekte wie unser Dorfhaus in Großenhül," freute er sich.

25 Wehren aus benachbarten Ortschaften und zahlreiche andere Vereine waren zum Festakt gekommen, um mit den Freunden in Großenhül zu feiern. Auch über jede Menge Ehrengäste durften sich die Großenhüler freuen.
Bürgermeister und stellvertretender Kommandant Andreas Pöhner (CSU) verwies in seinem Grußwort darauf, dass sich durch den jedes Jahr stattfindenden Gemeindefeuerwehrtag in den verschiedenen Wonseeser Ortsteilen der besondere Zusammenhalt in der Gemeinde zeige. Die Gemeinde habe bewiesen, dass ihr auch die gute Ausstattung ihrer Wehren besonders viel bedeute.

So funktioniert Gemeinschaft

Auch Landrat Klaus Peter Söllner (FW) freute sich über den guten Standard in den Wehren und die Tatsache, dass sich immer noch so viele junge Menschen für den Dienst am Nächsten entscheiden. "Wir haben im Landkreis 117 Wehren - in Miesbach (Oberbayern) haben sie 10 Feuerwehren", hier zeige sich, dass die Gemeinschaft hier noch funktioniere.

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) blies ins gleiche Horn: "Ihr schaut nicht weg, sondern helft, wo es gebraucht wird - so ein Ehrenamt findet man nicht in München, nicht in Berlin und auch nicht auf europäischer Ebene."

Auch Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD) lobte den großen Einsatz der Wehren. Sie hielt sich betont kurz und sagte: "Bei vielen Themen sind der Landrat und ich unterschiedlicher Meinung - aber dass man die Feuerwehr nicht hoch genug schätzen kann, da sind wir uns einig."

Enorme "Promidichte"

Die wichtige Rolle der Feuerwehr zeige sich auch an den zahlreichen Gästen beim Festakt, so Landtagskollege Martin Schöffel (CSU). "Hier herrscht ja eine Promidichte wie am Nockherberg!" Er und Landrat Söllner freuten sich zudem besonders über das gute Bier. "Wir in Stanich sind den Großenhülern sehr dankbar, dass sie uns einen Braumeister geschickt haben, denn Stanich ohne Brauerei, das wäre wie ein Eskimo ohne Schnee." Hintergrund ist, dass der Braumeister und Geschäftsführer der Brauerei Schübel in Stadtsteinach, Jürgen Münch, ursprünglich aus Großenhül stammt. Sogar die Festwiese ist alter Familienbesitz der Familie Münch.

Kreisbrandmeister Stefan Härtlein betonte die Rolle der Feuerwehr nicht nur beim Brandschutz, sondern auch als Kulturträger. Er appellierte an die Politik, den bürokratischen Aufwand möglichst gering zu halten.

Den beiden Abgeordneten Aures und Zeulner kam später die Ehre zu, den Abend mit dem ersten Tanz zu eröffnen. Auch wenn beide vorher über ihre Fähigkeiten in diesem Bereich witzelten. Aures: "Aber ich übernehme die Führung!" Zeulner: "Ich war auf einer reinen Mädchenschule, ich kann nur einen Schieber!" Am Ende ging der Tanz mit Bürgermeister Andreas Pöhner beziehungsweise Vorstand Michael Rauterberg problemlos über die Bühne.

Alle Redner dankten den ehrenamtlichen Helfern. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Band "na sowas", auch Bauchredner Erwin trat auf.