Die Kasendorfer Musikanten stehen für die traditionelle Seite des Musikvereins Kasendorf, doch was ist Tradition? Es wäre zu kurz gesprungen, Tradition auf die böhmische Besetzung zu reduzieren. Natürlich sind die Kasendorfer Musikanten dort auch sicher zu Hause, was sie mit Stücken wie Egerland-Heimatland oder dem Böhmischen Traum bewiesen, die allesamt aus den 1960-er bis 1980-er Jahre stammen.

Medley und Swingklassiker

Tradition ist auch der Sound der dreißiger Jahre wie zum Beispiel ein flottes Medley aus dem "Schwarzwaldmädel" von Léon Jessel oder der Foxtrott "Salome" von Robert Stolz aus den 1950-er Jahren. Auch schlagernahe Lieder wie der Swingklassiker "Einsamer Hirte" von James Last und das auch als Zugabe gespielte Potpourri mit Evergreens aus dem gesamten 20. Jahrhundert.

Was die Kasendorfer Musikanten zeigten, war eine wohltuende Mischung anspruchsvoller Unterhaltungsmusik, solide, aber das Herz berührend. Das geht nur mit dem warmen Klang des Orchesters, der ganz in der fast zeitlosen Tradition der heimischen Blasmusik auch vom vollen Bigband-Sound eines swingenden Saxofonsatzes lebt.

Streifzug durch Musical

Wohin der Weg in Sachen zeitgenössischer Kompositionen geht, zeigte das Kasendorfer Jugendblasorchester unter der Leitung von Jürgen Eschenbacher am Anfang des Konzerts. Der Auftakt "Adventures" öffnet die Türe zur symphonischen Blasmusik. Dazu gab es einen Streifzug durch das Musical "Jesus Christ Superstar" und als Zugabe "Twist and Shout".

Natürlich bot das Frühjahrskonzert den geeigneten Rahmen, aktive Musiker des Vereins zu ehren. Heinrich Ramming, der Kulmbacher Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, ehrte Florian Dörnhöfer und Markus Weißschädel für 20 Jahre Musizieren. Die vereinsinterenen Ehrungen nahm Vorsitzender Winfried Gräf vor: 25 Jahre spielt Marina Pfarrer die Querflöte im Verein. Julius Eschenbacher, Fatima Darida-Reichl, Florian und Manuel Kapsch, Julian Eichhorn, Dominik Eichner, Christoph Reichl und Annkatrin Zoike wurden für zehn Jahre Treue zum Orchester geehrt.

Doch das A und O war die angenehme und beschwingte Stimmung eines wunderbaren Konzertabends. Moderator Hermann Horner urteilte bei der Vorstellung der Evergreens treffend: Ein Konzert wie "Wochenend und Sonnenschein". Und das kam beim Publikum richtig gut an.