Die Menschen sitzen auf den Bänken und unterhalten sich angeregt im Garten des Alten Rathauses, verzehren eine leckere Pizza oder eine schmackhafte geräucherte Forelle, prosten sich mit einem süffigen "a fränkisch" zu, andere lauschen den Klängen der "Landmusigg", ein Efeu schmiegt sich voller Romantik an eine alte Scheune, Suppengrün und Rauke genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages und mittendrin hockt ungerührt Frosch Günter und liest voller Andacht die Geschichte von Kellergeistern aus dem Werk "Die Wüste ist kein Tümpel". Das "Stattfest" von Wolfgang Martin am Freitagabend bei schönem Sommerwetter war erneut ein voller Erfolg.

Den Gästen gefällt's

"Die Stimmung hier in diesem herrlichen Ambiente und die Musik fügen sich wunderbar zusammen," meint Hermann Müller. Der Stadtsteinacher genießt einen lauen Sommerabend wie viele andere, die aus dem gesamten Stadtsteinacher Oberland oder aus Kulmbach gekommen sind, im proppenvollen Garten des Alten Rathauses. "Und das fränkische Bier passt auch bestens dazu," stellt er fest, um mit seinem Nachbarn anzustoßen.

Siggi Michl (Gitarre) mit seiner prägnanten Stimme, Hannah Förster (Geige, Gesang) und Georg Hofmann (Bass) sorgen als "Glaane Landmusigg" für beschauliche, kontemplative Stimmung, besingen die Liebe, das Glück, die Arbeit, die Probleme eines Mannes, der eigentlich nur die Straße überqueren will, um sich Zigaretten zu holen, oder auch "Meine Bienla, die sen gfreggd".

Und wie Hermann Müller schon feststellte, die Musik mit ihrem besonderen Charme passt fabelhaft in einen Garten, der samt seiner Kräuterspirale ein botanisches Kleinod darstellt, der in toto eine märchenhafte Aura ausstrahlt mit den vielleicht drei Meter hohen Holzskulpturen, die über das ganze Geschehen ebenso wachen wie eine aufgestellte Orgelpfeife, und in dessen Zentrum Frosch Günter sitzt.

Dessen Geheimnis soll auch gelüftet werden. Uli Haderdauer, stellvertretender Vorsitzender der Kulturinitiative "Die Wüste lebt", hat die mannsgroße Skulptur aus Pappmaché geschaffen und lässt sie "Wüste Geschichten aus dem Keller" lesen, die im Werk "Die Wüste ist kein Tümpel" niedergeschrieben und dermaßen dramatisch sind, dass der Untertitel in Anlehnung an einen James Bond-Kinohit "Ein Quak ist nicht genug" nicht fehlen darf.

"Eigentlich wollten wir für das Stattfest Fische basteln. Der Uli hat den Frosch aber in Eigeninitiative gefertigt, ohne dass ich etwas davon wusste. Er hat mich angerufen, gesagt, dass er vorbei kommt und dass er Günter mitbringt. Ich habe gefragt, welchen Günter und er hat geantwortet, das wirst du schon sehen. Jedenfalls ist der Günter jetzt bei uns in die Kulturinitiative aufgenommen und hat seinen Platz in der Wüsten Bar bekommen," erklärt voller Begeisterung der Initiator und Vorsitzende von "Die Wüste lebt", Wolfgang Martin.