Dabei stand die Freude am Fußball im Vordergrund. Das Ergebnis war zweitrangig, wichtiger war vielmehr, alte Freundschaften aufzufrischen und sich eines tollen Fußballers und echten Freundes zu erinnern.  

Zwei, die wirklich eine sehr enge Freundschaft mit Helmut Spindler pflegten, waren Detlef Zenk (51)  und Oliver Müller (45). Und Zenk erzählt, was man an jenem Abend, als sich Helmut Spindler auf den Heimweg machte, noch gemeinsam vereinbart hatte: „Wir waren nach dem Training noch zusammen gesessen und als der Helm dann heimfuhr, haben wir ausgemacht, dass wir uns am nächsten Tag treffen, weil wir uns alle frei genommen hatten. Wir wollten ein wenig in der Tennishalle in Kulmbach Sport treiben und danach beim Vogel in Buchau einen schönen Tag verbringen. Wir waren dann auch am Morgen in der Halle und haben auf den Helm gewartet, und erst als Ralf Pauli kam, erfuhren wird, dass er tödlich verunglückt ist. Ich weiß heute nicht mehr so genau, was da alles in mir vorgegangen ist. Wir haben uns dann aber geeinigt, dass wir gemeinsam zu seiner Frau nach Presseck fahren. Das war kein leichter Weg, aber für uns selbstverständlich. Danach sind wir aber trotzdem zum Vogel nach Buchau gefahren, um noch gemeinsam zusammenzusitzen.“

Detlef Zenk gerät noch heute in Schwärmen, wenn er von Helmut Spindler erzählt: „Wir waren damals so eng und oft beieinander und er war mit Sicherheit einer meiner besten Freunde. Einer, auf den man sich immer verlassen konnte. Ich hatte ja auch eine schwere Zeit in Weismain als Fußballer, weil ich einen Kreuzbandriss erlitt und Helm war einer, der mir immer die Stange gehalten hat. Er war einfach ein super Typ, ein super Fußballer und für mich der beste Hallenspieler, den ich je gesehen habe. Wir vermissen ihn auch heute noch.“

Ein richtig guter Typ

Für Weismains damaligen Stammkeeper Oliver Müller war Helmut Spindler der Leader in der Mannschaft: „Als Kapitän war Helmut Spindler die Spielerpersönlichkeit damals in Weismain schlechthin, sowohl am Platz als auch draußen, eben ein richtig guter Typ. Sein Tod war damals ein Riesenschlag für uns und er hat auch die ganze Saison geprägt. Es ging weiter, aber der Fußball war lange Zeit Nebensache. Es war einfach ein schwieriges Jahr für uns alle.“ Oliver Müller wird in der kommenden Saison die 2. Mannschaft des VfL Frohnlach trainieren und trifft dabei auf seinen alten Freund und ehemaligen Weismainer Regionalligaspieler Stefan Braungardt, der den künftigen Bayernligisten trainieren wird.

Wilhelm „Picco“ Schütz hatte Helmut Spindler damals zum SC Weismain geholt und er erinnert sich noch: „Die Diskussionen waren ja damals überall, dass der Helm einer von den besten Stürmern in Oberfranken ist. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass er in der Region bleiben will, denn er hatte ja auch Angebote von Bundesligavereinen. Wir mussten damals natürlich auch ein gutes Angebot machen, aber das war er uns wert.  Es war ein Anruf, und wir hatten uns danach zwischen Kulmbach und Weismain einmal getroffen. Es ging alles sehr schnell, und Helmut Spindler war ein Typ, der auch die anderen Spieler mitgerissen hat. Für unsere Mannschaft war er damals der ideale Mann. Als dann noch Johannes Lenhardt dazu kam, hatten wir eine perfekte Mannschaft.“

Weismains Ehrenpräsident Alois Dechant hatte die Idee zu diesem Treffen und hatte auch die Ehemaligen dazu eingeladen: „Im letzten Jahr hatten wir für Hannes Lenhardt gespielt und in diesem Jahr für Helmut Spindler. Er war ein sehr zuverlässiger Spieler, der sich auch unwahrscheinlich für den Fußball begeistern konnte. Er hat alles für den Verein gegeben und ich denke immer noch an den Abend, wo er bei mir war und sagte: Präsident, solange ich Fußball spielen und trainieren kann, werde ich von Weismain nicht mehr weggehen. Das war eine der schönsten Begegnungen, die ich erlebt habe. Es war insgesamt eine sehr schöne Zeit damals.“

Am weitesten war Patrick Hornung (37) angereist. Er kam aus Frankfurt und galt in Weismain als das hoffnungsvollste Talent überhaupt, der auch auf den Sprung in die Profikarriere stand. Eine schwere Verletzung zwang den gebürtigen Neustädter allerdings, mit 27 Jahren seine Fußballerlaufbahn zu beenden. Damals beim SV Wehen-Wiesbaden in der Regionalliga. Aus München war Peter Pauli gekommen, und er kannte Helmut Spindler schon aus gemeinsamer Zeit beim ATS Kulmbach: „Helmut war ein klasse Freund, ein klasse Kumpel und wir hatten auch viel Spaß miteinander. Er war auch ein klasse Fußballer und wir waren ja auch über lange Jahre befreundet. Ich hatte ja mit 28 Jahren aufgehört, Fußball zu spielen, und nur Detlef Zenk zuliebe in Thurnau etwas ausgeholfen. Beim Herfahren nach Weismain kam schon etwas Wehmut auf.“

Nicht in die Fußstapfen des Vaters getreten

Zu dem Treffen war auch Waltraud Spindler mit ihren beiden Söhnen Daniel und Christian gekommen: „Ich war zunächst überrascht, weil es halt schon lange her ist, aber ich habe mich auch sehr darüber gefreut.“ Daniel (32) und Christian Spindler (27) spielen zwar auch Fußball, aber sie sind nicht in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Der ältere Sohn, der zuletzt beim ASV Marktschorgast aktiv gespielt hat, war als kleiner Knirps auf sämtlichen Fußballplätzen Nordbayerns unterwegs: „Wie gut unser Vater wirklich war, das bekamen wir erst später zu hören. Wir werden immer wieder angesprochen auf den Namen Spindler, der im Kulmbacher Land einfach ein Begriff ist.“

Anfangs war auch noch ein gewisser Ehrgeiz da, dem Vater nachzueifern, doch Daniel Spindler gesteht: „Die Ernüchterung kam dann schon sehr bald und das Ziel war einfach zu hoch.“ Und Christian Spindler, der beim SV Grafengehaig spielt, räumt ein: „Man braucht, um ein erfolgreicher Fußballer zu sein, schon in der Jugend eine gute Ausbildung, um dann auch höherklassig Fuß zu fassen. Ich denke schon, dass es mit unserem Vater anders geworden wäre.“