Eigentlich sollte die Stallpflicht für Geflügel, die wegen der Vogelgrippe angeordnet worden ist, nur bis Ende Januar gelten. Doch wegen neuer Vogelgrippe-Fälle wurde die Anordung auf unbegrenzte Zeit verlängert, bestätigt der Veterinär des Landkreises Kulmbach Andreas Koller. Die Europäische Union hat klar festgelegt, dass es für Eierproduzenten eine Karenzfrist gibt: Zwölf Wochen lang dürfen noch Freilandeier verkauft werden, auch wenn de facto eine Freilandproduktion nicht stattfinden kann. Doch am 12. Februar läuft diese Frist nun aus. Und dann?
"Die genauen Details, wie dann alles geregelt wird, sind noch unklar", sagt Eierproduzent Hans-Peter Kolb aus Kasendorf. Doch in den nächsten Tagen wird er von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft mit einem offiziellen Schreiben über das weitere Prozedere informiert.
Nach Rückfragen beim Landesverband für Geflügelwirtschaft und bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ist klar: Alle Eier, die bis zum Stichtag 12. Februar von den Hühnern gelegt werden, dürfen noch als Freilandeier in den Handel kommen. Ab dem 13. Februar müssen die Eier von denselben Hühnern dann als Eier aus Bodenhaltung oder gegebenenfalls auch als Eier aus Käfighaltung deklariert werden.
"Die Gesetzeslage ist eindeutig. Allerdings kann der Begriff Freiland-Eier einfach mit einem Aufkleber überklebt werden oder durchgestrichen sein", sagt Alexander Götze von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). In jedem Fall muss eine "andere Haltungsart" für die Verbraucher eindeutig erkennbar sein.
In der Regel werden die Freilandeier dann wohl als Bodenhaltungs- oder Käfighaltungs-Eier auf den Markt kommen. "Das ist für die Geflügelhalter natürlich ein erheblicher Verlust. Denn momentan liegen die Freilandeier bei knapp unter zehn Cent pro Ei, für ein Bodenhaltungs-Ei bekommen Eierproduzenten nur fünf Cent", sagt Hans-Peter Kolb.
Kolb hat erst im letzten Jahr einen neuen Stall in Heubsch gebaut, speziell für die Produktion für Freilandeier. "Dann sind die ersten Fälle von Vogelgrippe aufgetreten, wir haben deshalb noch gewartet. Das ist natürlich sehr unglücklich", sagt der Unternehmer. Aktuell liegt bei dem Kasendorfer Eierproduzenten der Marktanteil der Freilandeier bei rund 20 Prozent.
Bio-Eier dürfen übrigens auch nach dem 12. Februar noch als Bio-Eier in den Handel kommen. "Hühner in Freilandhaltung müssen auch wirklich jeden Tag rausgehen. Nur dann darf Freilandhaltung draufstehen", erläutert Kolb das Prozedere. Bei Bio-Eiern dagegen ist die Lage anders: Bio-Hühner müssen ein Drittel ihres Lebens nach draußen dürfen. "Deshalb dürfen Bio-Eier auch weiterhin als Bio-Eier vermarktet werden", erklärt Annika Nottensteiner vom Landesverband für Geflügelwirtschaft. Aus dem Handel verschwinden die Freilandeier übrigens erst im März. Denn Eier haben eine Mindesthaltbarkeit von 28 Tagen - und solange dürfen die Freilandeier vom 12. Februar noch verkauft werden.