Die Forderung, einen Parkplatz auf der Burg zu schaffen, wird immer lauter. Nach Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) haben sich jetzt auch die Mitglieder des Vereins Freunde der Plassenburg dafür ausgesprochen, dass Kulmbachs Wahrzeichen wieder für den Individualverkehr geöffnet wird.

Zum Thema Verkehrserschließung hat sich bei der Hauptversammlung am Freitagabend im Mönchshof-Bräuhaus eine intensive Diskussion entwickelt, in der auch angeregt wurde, sich wieder Gedanken über den Bau einer Standseilbahn zu machen. Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann und Stadtrat Ralf Hartnack, beide im Vorstand des Vereins, erklärten indes, dass man die Gelegenheit nutzen sollte, gemeinsam mit OB Schramm gegenüber der Schlösserverwaltung und gegebenenfalls dem Finanzministerium auf einen Parkplatz zu drängen. Ziel müsse es sein, die Burg für den Individualverkehr zu öffnen und Besucher-Stellplätze zu schaffen.


"So kann es nicht weitergehen"

"Es ist eine ohne allzu großen Aufwand realisierbare Lösung, Pkw-Fahrern die Einfahrt in den Kasernenhof und die Durchfahrt durch das Buchwaldtor zu erlauben, damit sie im Osten der Burg im Bereich des ehemaligen Reitgeländes parken können", sagte Jörg Kunstmann. Mit dieser Lösung sei zwar noch keine Zufahrt für Reisebusse verbunden, man müsse aber endlich damit anfangen, die Burg wieder zu öffnen. Kunstmann wies auf den starken Rückgang der Besucherzahl von 90 000 in den Neunziger Jahren auf jetzt nur noch 30 000 Besucher hin. "Das zeigt doch deutlich, dass es so nicht mehr weitergehen kann."

Einige Teilnehmer brachten die Standseilbahn ins Spiel und einen im Brunnen versteckten Aufzug. Es wurde auch angemahnt, gleich Lösungen für Reisebusse und Wohnmobile mit einzuplanen. Einig waren sich alle Freunde in der Bewertung, dass die Plassenburg derzeit für Besucher nicht gut zu erreichen ist. "Früher fuhr der Plassenburg-Express wenigstens noch während der ganzen Öffnungszeiten der Museen zu nachvollziehbaren und geregelten Abfahrtszeiten. Das ist schon lange nicht mehr so", sagte Vorsitzender Peter Weith. Die Haltestellen seien für Besucher schwer erkennbar, die Busse nicht mehr eindeutig gekennzeichnet.

Schließlich fasste man auf Antrag von Jörg Kunstmann einstimmig den Beschluss, den Vorschlag von OB Henry Schramm zu unterstützen. Dieser hat das Ziel, bei der Schlösserverwaltung darauf hinzuwirken, dauerhaft die Zufahrt zur Plassenburg für den Individualverkehr zu ermöglichen und dort geeignete Parkplätze etwa im Bereich des ehemaligen Reitgeländes hinter der sogenannten Langen Batterie zu schaffen.


Weith: Das Angebot attraktivieren

Wie Peter Weith deutlich machte, müsse aber auch darauf gedrungen werden, dass gleichzeitig das Angebot auf der Burg attraktiver für Besucher werde. Die neue Gastronomie in der "Burgschänke" sei hier ein erster positiver Schritt, weitere müssten im Bereich der Museen, Gebäudenutzung und bei Veranstaltungen folgen, so der Vereinsvorsitzende.