Jugendwart und stellvertretender Kommandant Franz Schaubelt hatte wieder zu der Aktion aufgerufen - auch die Gemeinde mit Bürgermeister Ralf Holzmann an der Spitze war angesprochen. Dass es am Ende nur zwölf Personen waren - sechs Erwachsene und sechs Jugendliche - hatte wohl mit dem Termin zu tun: In Rugendorf wurde Konfirmation gefeiert, weshalb sich einige Mitglieder der Jugendwehr entschuldigt hatten.

Mit von der Partie war auch die Losauer Wehr, doch diese rückte erst am gestrigen Vormittag zur Säuberungsaktion aus.

Bürgermeister Ralf Holzmann lobte am beim Start am Samstag um 9 Uhr im "Haus der Jugend" die Aktion als beispielgebend. Das Gemeindeoberhaupt belohnte die Mühen und Strapazen der Teilnehmer mit einer deftigen Brotzeit.

Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. In vier Gruppen eingeteilt, machten sich die Umweltaktivisten auf den Weg. Das Ehepaar Melanie Rubsch und Alexander Huth inspizierte den Verbindungsweg von Zettlitz entlang der B 303 sowie einige Feld- und Waldstrecken. Begleitet von ihrer Tochter Lola, die - im Sportwagen sitzend - Papa und Mama bei der Arbeit beobachtete, plagten sich Letztere, um die Hecke zwischen der Bundestraße von Plastiktüten, Kaffeebechern, Zigarettenschachteln, Bäckereitüten, Getränkedosen, Plastikresten und Flaschen zu befreien. Das war auf Grund des Steilhanges freilich nicht leicht. "Die werfen das Zeug einfach beim Vorbeirauschen aus dem Autofenster, und andere dürfen sich dann anstrengen, um die Umwelt wieder von Abfall zu befreien", brachte es Melanie Rubsch auf den Punkt. Zwei prall gefüllte Müllsäcke waren die Bilanz, wobei an Feld- und Waldwegen nur wenig zu finden war.

Kein leichtes Los hatte auch die Gruppe um Kommandant Benno Bauß gezogen, die sich entlang der Gemeindeverbindungsstraße von Rugendorf nach Feldbuch buchstäblich durch die Hecke quälte. Sie fanden ganze Nester von Bier- und Schnapsflaschen, die in einer Dornenhecke entsorgt worden waren. Vor allem die kleinen Chantré-Cognacflaschen wurden zuhauf gefunden, ebenso Bierflaschen. Nicht fehlen durften natürlich Weinflaschen, Kaffeebecher und Plastiktüten. Die Helfer entdeckten sogar Teile von landwirtschaftlichen Maschinen, die wohl der Bauhof bergen muss, da es Benno Bauß trotz großer Anstrengungen nicht gelang, das wohl schon seit Jahren lagernde und zugewachsene Teil "auszugraben".

Jasmin Heußinger war entsetzt angesichts der großen Anzahl an Flaschen - auch große Schnapsflaschen waren dabei -, die einfach in die Hecken geschmissen wurden. "Man musste auch noch mächtig aufpassen, um sich nicht die Kleidung zu zerreißen", schimpfte sie.

Die restlichen zwei Sammeltrupps unter der Führung von Franz Schnaubelt und Ralf Hayn berichteten außerdem von Autoteilen, Radkappen, Plastikwellplatten, Toilettendeckeln, Kunststoffstühlen, Armreifen und Bekleidungsstücken, die an verdächtig einsamen Plätzen zurückgelassen worden waren.
Jugendwart Franz Schnaubelt zeigte sich mit der Beteiligung dennoch zufrieden, wegen der Konfirmation hätten halt einige Aktive passen müssen. Er wunderte sich aber, was die Mitmenschen so alles wegschmeißen, und darüber, dass sich manche die Mühe machen, denn Müll in die Landschaft zu kutschieren, wo doch heute fast alles vor der Haustür abgeholt werde.

Die Umweltaktion werde in zwei Jahren wieder stattfinden, kündigte Schnaubelt an. Er würde sich freuen, wenn dann auch andere Vereine teilnehmen. Der Jugendwart der Feuerwehr bedankte sich abschließend im Bauhof bei allen fleißigen Helfern der Wehr, die noch von Linda, Alicia und Sebastian Wunder, Antonia und Günter Krompholz sowie Dennis Lopez unterstützt wurden.