Der Chor der Kantorei wurde dabei von der Kantorei Selb und dem Orchester "musica juventa" aus Halle/Saale unterstützt. Constanze Schweizer-Elser saß an der Orgel.

Sieben Gesangssolisten bereicherten die Aufführung. Tenor Andreas Kalmbach schlüpfte in die Rolle des Namensgebers Elias und verzauberte mit ausdrucksstarker Stimme. Die regional sehr bekannte Sopranistin Iris Meier übernahm eine der Sopranstimmen und die Knabenstimme, die Altistin Dorothea Zimmermann überzeugte besonders mit vollem Klangkörper. Genauso wunderbar die weiteren Solisten Elisabeth Lehmann (Sopran), Irmgard Seemann (Alt), Daniel Röthig (Tenor) und Markus Simon (Bass). Eines der Highlights der Aufführung war das Solisten-Terzett - die Engel. Drei Frauenstimmen erfüllten dabei aus ihrer Position hinter dem Publikum die Kirche mit ihrem Gesang.

Mendelssohn komponierte den Elias für einen großen und vollen Klangkörper. Der Chor nimmt als Volk Israel, als Baalspriesterschaft beziehungsweise als Chor der Seraphinen an der Handlung teil. Das Orchester trägt seinen Teil zum kraftvollen Gesamteindruck bei und wartet mit zahlreichen Blas- und Streichinstrumenten auf.


Die Geschichte des Propheten


Im ersten Teil des Oratoriums prophezeit Elias eine Dürre, die das Volk in größte Nöte treibt. Durch sein Gebet lässt Gott es wieder regnen - so wird nicht alles Leben vollends vernichtet. Zwischen Prophezeiung und Regenwunder streitet Elias mit den Priestern des Baal. Im Wettstreit gelingt es den Priestern nicht, dass ihr Gott die Opferstätte anzündet. Ganz im Gegensatz zu Elias biblischem Gott, der das Feuer herabfallen lässt. Danach werden die Baalspriester getötet.

Im zweiten Teil wird die Niederlage des Elias geschildert. Der Prophet selbst soll umgebracht werden und mit seinem Leben für die Morde an den Baalspriestern einstehen. Er flieht daher in die Wüste. Dort bricht er zusammen. Gott erscheint ihm und lässt ihn in einem Feuerwagen in den Himmel auffahren.

Der Schluss kündigt die Ankunft des Messias an, der sein Wirken fortführen wird. Die deutsche Fassung wurde nach einigen Änderungen an der Originalpartitur 1847 uraufgeführt. Nur wenige Wochen nach der Aufführung seines bis heute bekanntesten Werkes starb Mendelssohn im Alter von nur 38 Jahren.

Etwas kurios an der Aufführung in der Petrikirche am Samstag war eine Unterbrechung kurz vor Ende. Wegen des 19-Uhr-Läutens, das der Chor nicht übertönen konnte, wurde das Konzert kurzzeitig ausgesetzt. Nach verklungenem Läuten konnte aber normal weitergemacht werden. Die Zuschauer in der voll besetzten Petrikirche belohnten das eindrucksvolle Konzert mit langem Applaus.