Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat den Bürgermeister einstimmig beauftragt, die Kaufverhandlungen zu führen. Die sind weitestgehend abgeschlossen. Decker hat den notariellen Kaufvertrag mit dem Deutschen Gemeinschaftsdiakonieverband unterzeichnet. Jetzt muss nur noch der Gemeinderat das Geschäft genehmigen.

Für Siegfried Decker ist dass Gelände für die weitere Entwicklung der Gemeinde optimal. Zum einen ist da die Lage des Areals neben der Schule und dem Seniorenwohnpark sowie den Lebensmittelmärkten. Es kann von der Wirsberger Straße und von der Schulstraße aus angefahren werden.

Decker hält eine Nutzung für die Kinderbetreuung für möglich. Derzeit ist schon der Kinderhort "Schlaufüchse" im Erdgeschoss von Haus Ruth untergebracht. Aber auch ein Ärztehaus, ein behindertengerechtes Gebäude für ambulant-betreutes Wohnen oder Seniorenwohngemeinschaften seien vorstellbar.


Entwicklungskonzept beantragt


Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 6. Februar die Absicht bekundet, ein städtebauliches Entwicklungskonzept für Neuenmarkt in Auftrag zu geben. Daraus könnten sich weitere Ideen für eine Nutzung der Immobilie ergeben. "Wenn die Gemeinde Eigentümerin ist, kann sie ihre Planungshoheit wirkungsvoll einsetzen und Zuschussmöglichkeiten nutzen", so Decker weiter. Ihm geht es auch darum, einem weiteren Leerstand am Ortseingang entgegenzuwirken. Vorübergehend könnten die Räumlichkeiten und die Nebengebäude auch vermietet werden, beispielsweise an junge Familien oder Studenten, die in Bayreuth keine Unterkunft finden oder sie sich nicht leisten können. Wenn keine geeignete Nachnutzung gefunden wird, könnten auch Bauplätze für Wohnhäuser ausgewiesen werden.

Bei einem Ortstermin haben sich die Gemeinderäte bereits vom baulichen Zustand der Gebäude überzeugt und die Bausubstanz als gut empfunden. Auch der Bauausschuss habe im Dezember einstimmig empfohlen, dem Kauf zuzustimmen. Die Finanzierung sei gesichert, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Das Haus Ruth war früher eine Hauswirtschaftsschule, die mittlerweile seit 20 Jahren leer steht. Nur kurz wurde es in dieser Zeit nach der Grenzöffnung als Quartier für junge Leute genutzt, die in der Region Arbeit fanden. Pläne, das Haus als Studentenunterkunft oder für Schüler der Himmelkroner Schule für Heilerziehungspflege zu nutzen, scheiterten.

Erst vor einem Jahr ist nach den Worten des Bürgermeisters "wieder Bewegung in die Sache gekommen", als Räume für den Kinderhort gesucht wurden, der 30 Jungen und Mädchen Platz bieten sollte. "So ist der Gemeinderat darauf gekommen, das Areal zu kaufen." Zumal man in den Hort mittlerweile schon 20 000 Euro investiert habe. Für Decker ist der Kauf des Geländes eine gute und sichere Geldanlage.